Was ist Yoga für dich?

Yoga ist...

Kennst du die vielen „Yoga ist…“ Zitate? Viele Menschen lesen sie gerne durch, erfreuen sich kurz der Tiefgründigkeit und vergessen diese dann wieder. Betrachtet man solche Sätze genauer, fällt jedoch auf, dass sie alle irgendwie wahr sind und doch nicht alles einfangen. Wie könnten sie auch? Yoga ist so vielfältig und für jeden etwas anderes. Heute hat das Social Media Team eine Exkursion vom Büro auf die Streuobstwiese unternommen, um herauszufinden, was Yoga wirklich ist.

„Yoga ist 1% Theorie und 99% Praxis“ heißt es sehr oft. Möchte man diese Erkenntnisse aus der Praxis dann in Worte fassen, fällt das meistens sehr schwer. Jeder, der hier im Ashram ist, praktiziert zumindest ein wenig Yoga und hat seine ganz eigene Perspektive auf Yoga. Auf der Streuobstwiese versammeln sich viele, um über Yoga zu diskutieren und sich auszutauschen. An diesem sonnigen Dienstag saßen alle möglichen netten Gesichter dort. Einige Sevakas, die hier im Haus leben, viele Gäste, LangzeitmitarbeiterIn und auch Tagesbesucher standen Rede und Antwort auf die Frage: Was ist Yoga für dich?

Dabei hatten sie alle ganz verschiedene Hintergründe. Viele waren YogalehrerIn in Ausbildungen oder hatten diese schon durchlaufen. Vor allem Tagesgäste kannten Yoga eher aus dem Fitnessstudio. Einige waren zum ersten Mal hier, andere kommen schon seit Jahren immer wieder ins Ashram nach Bad Meinberg. Entsprechend fielen die Antworten aus: Es gab einige überraschende, lustige, aber auch sehr tiefgreifende Antworten. Ihr findet alle Antworten am Ende des Textes zum Durchstöbern und selber Nachdenken.

Generell kann man die Antworten, die gegeben wurden, wahrscheinlich in vier Gruppen einteile. Die größte Gruppe sind die prozessbezogenen Antworten. Sie beschreiben Yoga als einen reinen Prozess. Das Ziel wird nicht direkt genannt, sondern es klingt eher mit. Dabei gehen die meisten Definitionen in die gleiche Richtung: Zu sich selbst finden, Beweglichkeit in Körper und Geist und den Alltag vergessen.

Die zweite Gruppe an Beschreibungen von Yoga gleicht eher einer Aufzählung. Sie beschreiben Yoga direkt als einen Weg zu dem jeweiligen Ziel. Manchmal ist nicht ganz klar, wie Yoga das schaffen kann. Da kommt wieder die Erfahrung ins Spiel. Es fällt schwer auszudrücken, wie Yoga wirkt, also beschreiben manche von uns eher, was Yoga bewirkt. Das kann eine kurze Liste von Nomen sein, reicht aber bis zu einer viertelstündigen Aufzählung von Dingen.

Manche führen diese Gedanken auch in ganzen Sätzen aus. Für sie ist Yoga eine Möglichkeit oder ein Weg. Sie vereinen das Ziel mit dem Prozess und trennen das eine oft nicht vom anderen. Yoga ist in diesem Fall sowohl ein Prozess als auch ein Selbstzweck und dient einem höheren Ziel. Dieses muss nicht unbedingt außerhalb von uns liegen, sondern kann viel mehr in uns eingeflochten werden. Yoga ist dann „eine Möglichkeit mich mit dem Leben auseinanderzusetzen und meine Selbstverwirklichung anzugehen“ (Luisa).

Die letzte Gruppe bilden in meinen Augen die „Postkartenzitate“. Diese Antworten sind weniger direkt, als mehr poetisch formuliert. Das heißt nicht, dass sie weniger wahr sind. Allerdings muss man doch etwas mehr selbst denken und interpretieren. In der Auflistung aller Antworten stehen sie an erster Stelle. Sie laden dich ein zu reflektieren und Yoga zu erfahren durch die Augen anderer.

Zusätzlich zu der Antwort auf die Frage, was Yoga für dich ist, antworteten viele auch darauf, wer sie sind. Dabei ist etwas Spannendes passiert: Viele Menschen, die in die Definition von Yoga diesen als Training bezeichneten, waren Individualgäste, die noch nicht so häufig hier waren. Diejenigen, die die YogalehrerInnenausbildung grade erst angefangen hatten, empfanden Yoga zwar auch als körperlich, aber eher im harmonisierenden Sinne. Also eine Betonung auf Ausgleich und Integration von Geist und Körper. Die Sevakas oder auch langjährigen Gäste haben kaum Bezug zum Körper genommen. Sie stellten Harmonie, Achtsamkeit und Einheit in den Vordergrund.

Einige Gäste haben den Wunsch das selbe Bild von Yoga zu haben wie ein Sevaka. Sie nehmen an, dass diese das beste Gesamtbild von Yoga haben. Dem ist sicher auch zum Teil so. Aber niemand sagt, dass die anderen Definitionen falsch sind. Ist am Ende des Tages Yoga nicht genau das, was es für einen persönlich tut und ist? Wer kann schon Christentum, Stepp Aerobic oder Aristoteles Gesamtwerk adäquat definieren? Am Ende des Tages kommt es doch nur darauf an, dass Yoga gut tut, egal wie oder warum. Solange wir offen sind unsere Definition im Laufe der Erfahrungen anzupassen, können wir gar nicht falsch liegen.

Hier also die Zitate! Danke an alle, die mitgemacht haben und an alle, die sich noch beteiligen werden.

„Yoga ist das Ticket auf der Reise zu mir.“ Shivanjali

„Yoga ist ein Freund, der mich auf der Reise des Lebens an die Hand nehmen kann.“ Johanna

„Liebe, Freiheit, Bewusstsein- Eine Herausforderung an mir selbst zu Arbeiten.“ Leoni

„Yoga ist mehr eine Einstellung als einmalige Praxis, aber was für eine Lebenseinstellung?“ Johannes

„Yoga ist der Weg zur Einheit als Überwindung von Subjekt und Objekt, um reines Bewusstsein zu erlangen.“ Lisa

„Yoga ist zu mir selbst zu gehen, immer wieder. Auch wenn ich mich schon gefunden habe, bringt mich der Alltag wieder weg. Durch Yoga kann ich aktiv zu mir zurückfinden.“ Tanja

„Yoga ist eine Art von Befreiung, Entfliehen, Leichtigkeit im Leben.“ Lara

„Freude, Heimat, Ankommen, Frieden, Herausforderung, Glück“ Sibylle

„Körper und Geist in Einklang bringen, den Alltag hinter mir lassen. Yoga ist eine Connection zum Körper, mehr spüren. Es geht in dem Moment nur ums Sein, mich akzeptieren wie ich bin.“ Sina

„Eine gute Möglichkeit Atem, Bewegung, Dehnung und Konzentration zu vereinigen.“ Uta

„Yoga ist für mich in Verbindung mit mir selbst gehen.“ Svenja

„Oh Gott, Zufriedenheit mit meinem innersten Selbst.“ Jörg

„Yoga ist die Praxis zur Einheit, die Illusion zur Einheit des ganzen Systems.“ Max

„Yoga ist zur Kraft kommen. Es hat mich wieder ganzheitlich zur Kraft gebracht, sowohl physisch als auch psychisch.“ Julia

„Yoga ist Harmonie, Balance und alles an sich anzunehmen.“ Kalidas

„Beweglichkeit, Religion, beruhigend, entgegengesetzt zum Alltag, befreien, ablenken, eine Welt für sich, vielseitig.“ Ricky

„Einheit, Zusammenkommen, Körper, Geist und Seele entspannen. Yoga ist Frieden, Freiheit im Tun, Denken und Handeln. Es heißt spüren, dass alles eins ist.“ Kendra

„Achtsamkeit 24/7, bewusster Umgang mit mir selbst und ein bewusstwerdens Prozess. Erweiterung des Bewusstwerdens, Selbstliebe, Energie. Es ist ein Netz des Lebens, in das alles reingewebt ist. Selbstmeisterung, das volle Potential leben. Das Göttliche in anderen zu sehen und zu lieben, aber auch in mir. Die Seele lieben, verbinden, tolerant werden aber auch streng mit sich sein. Das Wunder des Alltags sehen und den Moment wertschätzen. Es ist eine Verbindung zu sich selbst, zu schaffen und zu sehen, wie man selbst in die Gesellschaft reinpasst. Durch Loslassen und Handeln (aktiv und passiv), niemanden zu verletzen auf allen Ebenen. Yoga ist Tapas und langwierig. Yoga ist ein Guru und Segen mit Vertrauen und Hingabe.“ Simon

„Yoga befriedigt das Bedürfnis nach Ausgeglichenheit, tut gut, Zufriedenheit. Es ist ein Ausgleich zum Alltag, Dankbarkeit kennen lernen, es sensibilisiert. Es bietet eine Antwort auf Fragen im Alltag in Form von Inspirationen die Antworten selbst zu finden. Und natürlich Körperpflege.“ Melanie

Das sind nur einige Definitionen von Yoga und alle sind richtig. Wir sind gespannt, wie ist deine Definition von Yoga? Hinterlass uns gerne einen Kommentar zu deiner eigenen Version und welche zu am besten findest.

1 Kommentar zu “Was ist Yoga für dich?

  1. Sinn des Yoga ist es, sich als göttliches Wesen zu erkennen und Körper, Geist und Seele in eine harmonische Einheit zu bringen. Es ist also völlig egal wie dehnbar du bist, es ist egal ob du einen Kopfstand oder Handstand kannst. Es muss sich einfach nur gut anfühlen, danach bist du in deiner Mitte und du kannst es nur schaffen wenn du die schwere raus nimmst alles schaffen zu wollen, alles darf sein und dann wird es automatisch leichter. Beim Yoga gibt es kein richtig oder falsch!

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