Yoga im Winter: 2011 ist ein Jahr des Handelns

2011, so hört man es von Seiten einiger Astrologen und Lichtarbeiter, steht unter dem Stern des Aufbruchs und des Handelns. Schön und gut, kann man da als Yogi sagen, aber Lichtarbeit und Astrologie, das gehört nicht zu meinem Metier. Und meine Zeit ist mit Karma Yoga, Unterrichten und Meditation schon sinnvoll und reichlich gefüllt.

Wie wahr, wie wahr. Unsere Evolutionsgeschichte hat uns ja nicht umsonst gelehrt, dass Handeln nicht gleich Handeln ist. Und dass Handeln nicht per se der Weg zum höheren Bewusstsein ist. Und doch, wenn man genauer hinsieht, stellt man fest, dass diese Welt stets durch mutige Entscheidungen und tatkräftiges Gestalten gewachsen ist. Was mich am Anfang des neuen Jahres vor die nicht ganz einfache Frage stellt, was eigentlich Handeln in meinem Leben bedeutet. Und was mein Tun mit Bewusstseinswandel zu tun haben könnte. Sicher, ich praktiziere Hatha und Karma Yoga. Ich übe mich in Selbsterforschung (denn schließlich finden wir Gott und die Gesamtheit des Kosmos in unserem eigenen Herzen). Ich tue, was der Moment von mir verlangt. Aber Aufbruch und Handeln? Das klingt doch irgendwie nach mehr, nach einer Entscheidung für’s Leben und nach einem klaren Lebensziel. Oder nicht?

Yoga – auch das steht ja schon in den alten Schriften – ist ein Weg von Mut, Risiko und der Bereitschaft  – wenn nötig alles – loszulassen, um zu dienen und ganz dem eigenen Herzen zu folgen. Das klingt wunderbar. Vorausgesetzt, man weiß, wie man dienen will und dass man jeden Moment aus vollem Herzen handelt.

Neulich las ich in einer Zeitschrift mal wieder über den Sinn des Winters: Zur Ruhe kommen, in sich spüren, beobachten, was sich im innersten Herzen bewegt, damit das Handeln im neuen Jahr auch die richtige Richtung nimmt. Die Botschaft hat mir wohl der Himmel geschickt, denn sofort wurde mein rastloser Zweifel ob des mangelnden Handelns kleiner. Stattdessen zog ich mich für einen Nachmittag zurück und ließ meinen Körper sprechen. Tatsächlich, es gab jede Menge Lebendigkeit tief in meinem Herzen. Und ich konnte darin eine Kraft spüren, die jenseits von allen Zweifeln, Sorgen und Schwierigkeiten strahlte. Mitten aus diesem innersten Zentrum begann es plötzlich zu pulsieren, und das angestrengte Gedanken-Mahlen in meinem Kopf fiel auf einem zu einer leichten Staubschicht zusammen. Ideen, Pläne, Träume? Schön und gut, schien das Licht da drinnen sagen zu wollen, aber eigentlich ist das alles völlig uninteressant. Interessant ist das freudige Vibrieren, das sich in manchen Momenten tief innen regt. Und wirklich interessant sind die Ideen, auf die das Herz mit solcher Freude reagiert.

Was soll ich da noch sagen? Handeln hin, Aufbruch her. Viel wichtiger ist doch diese innere Stimme. Und die kennt nur diese einfache Sprache: Spontanes Handeln, spontane Impulse und tiefe Herzensfreude, wenn sich mal wieder genau die richtige Gelegenheit für wichtige Entscheidungen bietet. Dann fällt die Entscheidung auf einmal fast ohne mein Zutun. Und plötzlich weiß ich ganz genau, in welche Richtung für dieses Jahr des Aufbruchs die richtige ist. Die Erkenntnis kam vielleicht später, als ich gedacht hätte, aber dafür erfüllt sie mich jetzt umso mehr mit Vorfreude. Soviel ist jedenfalls sicher, verantwortlich handeln, den eigenen Weg finden und echte herzklopfende Lebensfreude, das sind keine Aspekte die sich gegenseitig ausschließen. Ich habe eher den Verdacht, dass diese Drei im neuen Jahr unbedingt zusammen gehören.

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5 Kommentare zu “Yoga im Winter: 2011 ist ein Jahr des Handelns

  1. Premajyoti

    In philosophischen und religiösen Erörterungen wird Sanftmut als Tugend behandelt.

    Der Philosoph Otto Friedrich Bollnow hat Sanftmut folgendermaßen umschrieben:

    „Die Sanftmut steht im Gegensatz zur Gewaltsamkeit. … Sanft ist er (der Mensch), wenn er sich nicht vom Zorn hinreißen läßt, ohne vermeidbare Härte im Affekt, weich und behutsam. Sanftmut bezeichnet dabei nicht nur eine Weise des Verhaltens, sondern mehr noch eine Beschaffenheit der Gesinnung. … Die Sanftmut des Verhaltens verbindet sich sodann mit der Behutsamkeit im Umgang. Diese Behutsamkeit ist eine Art von Vorsicht, die keinen Schaden an den andern Menschen … herankommen lassen will.“ (Bollnow, Die Tugend der Geduld)[4]
    In der Antike gilt Sanftmut als typische Eigenschaft des Philosophen. So wird etwa Sokrates in Platons Phaidon (116c5) als sanftmütig bezeichnet. Bei Aristoteles (in der Nikomachischen Ethik, (IV 11) Die Sanftmut nebst deren Mangel und Übermaß) wird die Sanftmut (praotes) unter ethischen Aspekten diskutiert und als Mitte zwischen einer zu geringen (Unempfindlichkeit) und einer zu großen Erregbarkeit (Jähzorn) bestimmt.[5]

    aus Wikipedia
    Om Shanti
    Premajyoti

  2. kleine Göttin

    Bedingt bedingt bedingt –
    und doch:

    “Ich tue, was der Moment von mir verlangt.”
    schließt mehr als einmal täglich:
    “Spontanes Handeln, spontane Impulse und tiefe Herzensfreude, wenn sich mal wieder genau die richtige Gelegenheit für wichtige Entscheidungen bietet.”

    Zum Beispiel aus spontam Impuls und tiefster Herzenfreude heraus mit einhundertzwanzig Stundenkilometern im Innenstandtverkehr über eine rote Ampel…

    Zum Beispiel als Elternteil eines Zweitklässlers aus spontam Impuls und tiefster Herzenfreude heraus bis um zehn im Bett liegen zu bleiben…
    Um dem eigenen Herzen zu folgen?

    Und ist nicht jeder Morgen ein Aufbruch in neues Tun?

    Schön und gut finde ich auch, das jeder seinen Weg geht und letztendlich
    leistet jeder seinen Teil auf seine Weise und alle haben wir nur das eine Ziel:
    nach diesem Leben, eingegangen im goldenen Licht, entscheiden zu dürfen ob und wie lange ich wo als was mal wieder ein Erdenerlebnis haben darf.

    Die Arbeit das Leben anderer – hier Astrologen und Lichtarbeiter –
    ist eben gut und schön,
    jedoch ein Tag ist eben mit KarmaYoga und Meditation und Unterrichten gut gefüllt.
    Höre ich da etwa selbstgefällige Arroganz?

    und nur ganz nebenbei, fast überlesbar, fällt das Wort VERANTWORTUNG,
    und ich habe den Verdacht,
    das genau das deine Aufgabe ist und ob du dazu ein Jahr benötigt
    wird sich zeigen.

  3. Anonymous

    Bedingt bedingt bedingt –
    und doch:

    „Ich tue, was der Moment von mir verlangt.“
    schließt mehr als einmal täglich:
    „Spontanes Handeln, spontane Impulse und tiefe Herzensfreude, wenn sich mal wieder genau die richtige Gelegenheit für wichtige Entscheidungen bietet.“

    Zum Beispiel aus spontam Impuls und tiefster Herzenfreude heraus mit einhundertzwanzig Stundenkilometern im Innenstandtverkehr über eine rote Ampel…

    Zum Beispiel als Elternteil eines Zweitklässlers aus spontam Impuls und tiefster Herzenfreude heraus bis um zehn im Bett liegen zu bleiben…
    Um dem eigenen Herzen zu folgen?

    Und ist nicht jeder Morgen ein Aufbruch in neues Tun?

    Schön und gut finde ich auch, das jeder seinen Weg geht und letztendlich
    leistet jeder seinen Teil auf seine Weise und alle haben wir nur das eine Ziel:
    nach diesem Leben, eingegangen im goldenen Licht, entscheiden zu dürfen ob und wie lange ich wo als was mal wieder ein Erdenerlebnis haben darf.

    Die Arbeit das Leben anderer – hier Astrologen und Lichtarbeiter –
    ist eben gut und schön,
    jedoch ein Tag ist eben mit KarmaYoga und Meditation und Unterrichten gut gefüllt.
    Höre ich da etwa selbstgefällige Arroganz?

    und nur ganz nebenbei, fast überlesbar, fällt das Wort VERANTWORTUNG,
    und ich habe den Verdacht,
    das genau das deine Aufgabe ist und ob du dazu ein Jahr benötigt
    wird sich zeigen.

  4. Was für ein schöner Bericht für das Jahr 2011!!!
    Die Winterzeit und alle Jahreszeiten ahmen nur Gott nach, indem sie das Leben des Menschen verschönern; sie erhöhen auch seine innere Stimme und Gefühl. Und deine Vorfreude kommt sicher aus deiner großen Ruhe, und Güte Gottes. Deine Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freud.

  5. Irmgard Keßler

    Das kann ich glatt unterschreiben! Diese Drei sollen auch für mich in diesem Jahr zusammengehören. Liebe Grüße Ilu

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