Yoga Therapie Erfahrungsbericht zum Thema „Migräne, Kopfschmerz“

Yogatherapie Erfahrungsbericht zu dem Themen Migräne, Kopfschmerz:

Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann es losging. Ich denke, es war so im Alter von 6-7 Jahren. Ich bin mit meinen Eltern im Alter von 5 Jahren umgezogen und kann mich nicht an Kopfschmerzen in der alten Wohnung erinnern. Von da an begleitete mich der Kopfschmerz mit einer gewissen Regelmäßigkeit.

Aus heutiger Sicht ist mir kein konkreter Auslöser bewusst oder andere Dinge, die das Auftreten des Kopfschmerzes begleiteten. Sicher bin ich mir aber mit der Einschätzung, dass Kopfschmerz an sich schon zu mir passt: Ich bin ein Kopfmensch, der durchaus Handlungsbereit ist, aber erst nach einem gewissen Abwägen und Nachdenken. Meinen Kopfschmerz verstehe ich persönlich als eine zu starke Betonung dieses Aspektes. Zu dem Nachdenken gesellt sich ebenfalls ein gewisser Hang zum Beobachten und Hinterfragen. Die Welt ist ja schließlich so spannend und oft auf den ersten Blick unverständlich, dass es geradezu eine Wonne ist, dieser innere Augenblick des Verstehens herbeizuführen und zu genießen. Triebkraft für mich ist hier eher die Neugier als das über den Dingen stehen. Aber auch hier gibt es den nötigen Gegenpol des eigenen intuitiven Erfahrens und Handelns. Kopfschmerz stellt alle diese Komponenten in ein richtiges Verhältnis: der Schmerz führt zum Zurückziehen von den Sinnen und damit zum Rückzug von dieser Welt: Kein weiterer Input, keine weiteren Reize – Rückzug.

Auf den überstandenen Kopfschmerz folgt eine innere Kräftigung: Entscheidungskraft und Tatendrang gehen mit einer gewissen Gelassenheit einher (dieser Zyklus stellt sich nur ein, wenn man auf Medikamente weitestgehend verzichtet oder zumindest alle Aktivitäten solange wie nötig einstellt).

Mein Kopfschmerz hat sich im Laufe der Zeit verändert: Hatte ich bis ins Teenager Alter eher einen mittigen dumpfen Kopfschmerz, so veränderte er sich ab etwa 20 zu einer Migräne, die linksseitig auftrat und immer mehr Begleitsymptome aufwies. Dazu gehörte vor allem eine lähmende Antriebslosigkeit, die bereits vor dem Kopfschmerz gegenwärtig war. In den letzten 5 Jahren viel mir auf, das Migräne regelmäßig mit Unregelmäßigkeiten/Störungen im Darmbereich einher ging. Zwischenzeitlich traten bei mir auch andere Kopfschmerzarten auf, deren Auftreten aber singulär blieb.

Ich lebte immer in dem Bewusstsein, das der Kopfschmerz einfach zu mir gehört und in meinem Umfeld war es genauso – mein Kopfschmerz war gewissermaßen akzeptiert. Ich bin immer gerne gejoggt – mal regelmäßig mal unregelmäßig. Im Jahre 2001 bekam ich die Eingebung nach einer längeren Joggingpause für den Marathon im selben Jahr zu trainieren, der im Oktober stattfinden sollte. In der Zeit von Juni bis November machte meine Migräne eine „Pause“. Leider ging das auf Kosten meines rechten Knies, so dass ich nicht mehr lief und die Migräne wiederkehrte. Trotzdem war mir nach dieser Erfahrung klar, dass die Migräne eben nicht unbedingt zu mir gehört, sondern nur das Ergebnis meines Verhaltens war und dass dies änderbar ist.

In 2003 fing ich mit Tai-Chi an. Ein schönes Übungssystem, dem aber irgendwie etwa spirituelles fehlt.

In 2005 entdeckte ich dann Yoga: Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich entschied mich sofort für eine Yogalehrer Ausbildung, die ich im Januar 2006 begann. Mit dem Praktizieren von Yoga besserte sich mein Kopfschmerz: Zuerst in seiner Intensität, dann aber auch in seiner Häufigkeit. Mein Körpergewicht reduzierte sich ebenfalls um etwa 10 Kg. Ich fühlte mich ganz allgemein vitaler und fitter.

2008 lernte ich dann Yoga-Therapie gegen Migräne kennen. Ich erlernte spezielle Übungen, die ich intensiv über 4 Monate praktizierte. Das Schöne an den therapeutischen Yoga Übungen ist die tiefe Entspannung und Regeneration, so dass die erste Belohnung für das Üben gewissenmaßen sofort kommt. Letztlich geht aber mit dem Praktizieren auch die Änderung des Lebens einher: Meine spontane Intuition ist ein geschätzter Begleiter geworden. Ich habe viele neue Seiten an mir entdeckt, anstatt meine alten Muster ständig zu wiederholen. Tief beeindruckt bin ich insbesondere davon, dass auch meine Umwelt ganz anders auf mich zugeht. Damit andere offen auf einen zugehen, muss man erst einmal selber offen sein.

Praktizieren und Lebensänderung gehen also letztlich Hand in Hand. Auch wenn diese Erkenntnis in schon so vielen Ratgebern steht: Das Lesen solcher Ratschläge an sich erscheint mir heute recht sinnlos, erst das Durchleben eines solchen Prozesses gibt den Worten einen Sinn, den man tief in sich nachspüren kann. Der Startpunkt für einen solchen Prozess kommt tief aus einem inneren Bedürfnis heraus und genau hier ist Yoga-Therapie das Instrument, um die Kraft für den Start und das Durchhalten zu erlangen. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem die Frage ansteht: bin ich bereit auf meinen Kopfschmerz zu verzichten? Auszeiten fallen weg, ja, es können sogar sehr komische Hindernisse auftreten, da der Kopfschmerz ja sowohl für einen selber als auch für andere einen Schutzschild darstellt.

Mein Kopf ist nach wie vor ein sensibel für Mißempfindungen. Das heißt leichtere Spannungskopfschmerzen treten bei mir nach wie vor auf. Diese stehen in keinem Verhältnis zu meiner früheren Migräne und ihren Begleitsymptomen. Ich weiß heute auch, wie ich gezielt Energie lenken kann, um Linderung zu erreichen oder mich gar ganz zu befreien. Die zyklische Migräne, die mich 30 Jahre begleitete, habe ich nicht mehr. Heute würde ich sagen: sie passt auch nicht mehr zu mir!

Ich möchte an dieser Stelle jeden ermuntern, sich nicht mit seiner Migräne abzufinden, sondern sie als persönliches Entwicklungsthema anzunehmen oder besser: sie abzulegen!

Reinhard Thierbach, Köln

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euer Yogi Heinz Pauly
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