07 Shatsampat – 6 Schritte zur Gelassenheit

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Shatsampat sind die 6 Schritte zur Gelassenheit, die 6 edlen Tugenden der Gleichmut. Sukadev spricht in diesem Podcast darüber, wie diese Schritte im Alltag umsetzbar sind. Die sechs Tugenden sind: (1) Sama, die Übung der geistigen Ruhe; (2) Dama, Sinnesbeherrschung; (3) Uparati, das Meiden von nichtbeherrschbaren Situationen; (4) Titiksha, etwas aushalten können; (5) Shraddha, Vertrauen und Glaube; (6) Samadhana, die tief verwurzelte Gelassenheit. Sukadev zeigt anhand von drei Beispielen, wie du diese 6 Schritte nutzen kannst: Schokoladenkuchen, Auseinandersetzung mit einem Kollegen, Streit mit dem Partner wegen des Raustragens des Mülls.

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Wenn im Yoga von Gelassenheit gesprochen wird, wird sich oft bezogen auf die Shatsampat, die 6 edlen Tugenden, die auch Sarmashatakham – die 6 Schritte zur Gelassenheit genannt werden. Man findet diese, falls Du historisch interessiert bist, in Werken des großen Yogameisters Shankaracharya um 800 nach Christus. Insbesondere in den Werken Vivekachamaduni und Atma Bodha. Diese 6 edlen Tugenden oder die 6 Schritte zur Gelassenheit sind 1. Sama – die Übung der geistigen Ruhe, 2. Dharma – Sinnesbeherrschung, 3. Uparati – aus dem Weggehen, meiden, 4. Titiksha – etwas aushalten können, 5. Shraddha – Vertrauen, 6. Samadhana – tiefer Geisteszustand der Gelassenheit.

 

Ich folge hier jetzt einer Interpretation des Meisters Sri Katikeyan. Es gibt auch hochtrabendere Interpretationen dieser 6 Schritte. Aber die Interpretation, der ich jetzt hier folge ist eine sehr praktische. Als erstes, Übung der geistigen Ruhe, Sama. Angenommen es kommt etwas, das dich aufregt, dann kannst du sagen, ich nehme das als Übung der geistigen Ruhe. Ich will es jetzt lernen, in dieser Situation gelassen zu bleiben. Falls Du merkst, es gelingt Dir nicht die innere geistige Ruhe zu behalten, dann ist es gut wenigstens Deine Sinne zu beherrschen. Also nicht laut rauszuschreien und auch nicht den anderen zu bekämpfen, oder sogar körperliche Gewalt zu üben. Ich glaube, dass dürfte recht klar sein. Ist nicht immer einfach, ruhig und gelassen zu bleiben, aber wenn Sama schon nicht geht, dann wenigstens Dharma. Wenn absehbar ist, dass Du deine Sinne nicht beherrschen kannst, dann kannst Du Uparati üben. Das heisst, du gehst der Situation aus dem Weg. Du meidest das, was dich aufregt, notfalls gehst Du einfach weg. Der vierte Schritt wäre Titiksha, etwas aushalten können. Zum einen heißt es, Du hälst es aus, dass Du eine gewisse Niederlage erlitten hast, dass die Übung der geistigen Ruhe nicht gelungen ist, Du musstest aus dem Weg gehen, weil Du wusstest, Du hättest es nicht geschafft. Titiksha kann auch heißen, Du hälst es aus, dass Du ein Gefühl von Frust hast, dass Du eine innere Aggressivität hast. Du lernst es mit diesen Gefühlen umzugehen. Im weiteren Sinne heißt natürlich auch Titiksha, dass Du es aushälst, wenn Dinge nicht so laufen, wie Du sie gerne hättest. 5. Schritt wäre Shrada. Du hast ein Vertrauen. Ein Vertrauen, dass es Dir langfristig gelingen wird, Deinen Geist zur Ruhe zu bringen, dass es Dir langfristig gelingen wird, Gelassenheit zu üben. Du hast ein Vertrauen, dass die Dinge, wie sie sich entwickeln, irgendwann gut werden, eigentlich jetzt schon gut sind. Du hast ein Vertrauen, dass, was auch immer kommt, für Dein spirituelles Voranschreiten und Deine Persönlichkeitsentwicklung gut ist. Du hast ein Vertrauen, dass die Menschen, mit denen Du zu tun hast, auch tief im inneren gut sind. Ich will das an 3 Beispielen zeigen.

 

Erstes Beispiel. Schokoladenkuchen. Angenommen, Du hast Dir vorgenommen, du willst nicht so häufig Schokoladenkuchen essen. Vielleicht hast Du eine Gewohnheit entwickelt, immer wenn Du von der Arbeit nach Hause gehst, kommst Du an einer Konditorei vorbei und isst einen Schokoladenkuchen. Du merkst, das ist nicht gut für Deine Figur. Du weißt, zuviel Schokolade ist auch nicht gut für den Geist. Diese Zucker-Fett-Gemische sind nicht gut, weder für die Gesundheit noch für die Psyche. Vielleicht hast Du dir sogar vorgenommen, Du willst Veganer werden und in Schokoladenkuchen ist ja meistens Milch und manchmal sind auch Eier dabei. Was auch immer der Grund ist, Du magst Dir sagen, ich will keinen Schokoladenkuchen mehr essen. Angenommen Du würdest Sama üben und Du gehst am nächsten Tag von der Arbeit zurück, an Deinem Café vorbei und Du siehst den Schokoladenkuchen. Du merkst, ah da kommt der Wunsch danach und Du sagst, Du bringst Deinen Geist zur Ruhe – Du gehst vorbei. Angenommen Du beherrschst Sama – dann gehst Du vorbei und es macht Dir nichts weiter aus. Wahrscheinlicher ist, dass Du zwar an