Applaus beim Yoga – Klatschen oder nicht Klatschen, das ist hier die Frage

Bei Yoga Vidya Bad Meinberg und auch in unseren anderen Seminarhäusern und Stadtcentren finden täglich Mantra-Yoga-Stunden, Mantra-Konzerte, Satsangs und Kirtan-Abende statt.

Mantras gehören zum integralen Yoga von Yoga Vidya mit dazu. Das Singen und Rezitieren der hunderte bis tausende Jahre alte Lieder, Verse und Segenswünsche basiert auf erprobten, positiven Wirkungsweisen auf Körper, Geist und Seele.

»Akustische Vibrationen wirken auf  unseren Körper«

Deshalb sind diese oftmals für viele Teilnehmer emotional sehr ergreifend, was unabhängig vom Text der Lieder zu einem Großteil mit den entstehenden akustischen Vibrationen und den auf unsere aus mehr als 70 Prozent aus Wasser bestehenden Körpern zu tun hat.

Die Texte, auch wenn die meisten diese nicht verstehen, lösen bei uns Erinnerungen an Geschehnisse und Emotionen aus, an positive Ereignisse und auch an negative, welche wir noch nicht vollständig verarbeitet haben.

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Du wirst wahrscheinlich schon einmal erfahren haben, wie es ist, ein Lied zu hören, welches man in einer bestimmten Zeit seines Lebens gehört hat: Plötzlich sind die alten Emotionen wieder wach. Die positiven nehmen wir gerne an, kommen negative hoch, schalten wir auch gerne mal aus.

Manchmal braucht es etwas, bis dieses positive Gefühl in uns aufkeimt, weil wir den Song zunächst nicht erkennen. Und manchmal hören wir das Lied trotz negativer Emotionen ganz durch und verstehen auf einmal, was damals nicht richtig gelaufen ist. Dadurch können wir uns selbst vergeben und die Situation hinter uns lassen.

»…uns selbst vergeben und die Situation hinter uns lassen.«

Oft sind wir dabei allein oder vielleicht noch mit einer handvoll Leuten zusammen, während so etwas geschieht. Und wir tragen dementsprechend nur für uns und die wenigen Leute in unserem Umfeld die Verantwortung, den Raum für eine solche Erfahrung zu geben.

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Meist hören wir solche Lieder auch nicht in der Absicht, eine spirituelle Erfahrung zu machen. In uns zu gehen. Meist geschieht dies nebenbei. Anders verhält sich dies beim integralen Yoga, beim traditionsbewussten Yoga, welcher durch körperliche und mentale Arbeit sich auf eine tiefer liegenden Bewusstseinsebene auswirkt.

Wir machen Yoga, um unserem Wesenskern näher zu kommen. Um zu erfahren, was wir wirklich wollen. Um loszulassen, was uns blockiert, um zu verzeihen. Uns selbst genau so wie anderen.

»Wir machen Yoga, um unserem Wesenskern näher zu kommen.«

Dafür ist Innenschau notwendig, welche am besten funktioniert, wenn äußere Einflüsse auf ein Minimum reduziert werden.
Singen wir zusammen Mantras, steigern wir uns mental in die Schwingungen und Gesänge hinein, mit welchen unser Körper und unser Geist in Resonanz geht. Dies geschieht durch Mitsingen, Mitklatschen und Mittrommeln oder ähnlichen Ausdrücken unserer Anteilnahme.

Ist das Lied oder die Yogastunde vorbei, benötigt es keinen Applaus. Die Schwingungen reinen Applauses der Wertschätzung, welcher gleichzeitig einer Zur-Schau-Stellung unserer vom Ego geprägten Wahrnehmung ist, verläuft konträr zu den Schwingungen, welche durch die Gemeinschaftliche Praxis aufgebaut wurden. Unabhängig davon, ob es sich um körperlichen Yoga oder um Gesang handelt.

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Klatschen stärkt auch das Ego der Leitenden, insofern diese noch keine Selbstverwirklichung erreicht haben, was ihnen ebenfalls den Weg zu selbiger erschwert. Deshalb ist es bei spiritueller Praxis nicht notwendig, zu klatschen, im Gegenteil.

Wir beabsichtigen, mehr zu uns selbst zu kommen, nachzuspüren und wahrzunehmen. Beim nächsten Mal also einfach schauen, wie es sich für dich anfühlt, ganz bei dir zu bleiben und die Ruhe zu genießen.

»Einfach schauen, wie es sich anfühlt, bei dir zu bleiben und die Ruhe zu genießen.«

Anders verhält es sich beim gemeinsamen Satsang, bei dem rhythmisches Klatschen im oder zum Takt der Musik eine spirituelle Erfahrung herbeiführen und sogar noch vertiefen kann. Aber das ist, wie gesagt, kein Applaudieren, sondern ein Bekräftigen der vorhandenen Schwingungen, um selbst tiefer in die Klänge eintauchen zu können.

Und wenn das Lied vorbei ist, darf auch hier wieder Platz gegeben werden, um sich die Gemüter beruhigen zu lassen. Zum Nachspüren in der Stille. Zum Aufatmen und Durchatmen. Und um Kraft zu tanken für das nächste Lied.

Om Shanti


Du interessierst dich dafür, tiefer in die Praktiken des Yogas der Klänge einzutauchen?
Vielleicht ist ja eines der folgenden Seminare was für dich!

 

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10 Kommentare zu “Applaus beim Yoga – Klatschen oder nicht Klatschen, das ist hier die Frage

  1. Klatschen am Ende der yogastunde ist wirklich nervig.
    Ich kenne allerdings auch satsangs wo bei einem langsam aufgebauten immer schneller werdenden mantra alles tanzt und empfinde dies auch als schön und bereichernd.
    Stell dir vor mudita spielt auf und kein Mensch tanzt?!
    Es wird ja danach wieder zur Stille hingeführt. Und in dieser sollte es auch enden .