Durch Dankbarkeit näher an der Quelle

Was bedeutet Dankbarkeit? Wann sind wir besonders dankbar und wann nicht?  Was hat Yoga mit Dankbarkeit zu tun?

Bald ist wieder Weihnachten ein Fest, an welchem wir heutzutage oft vergessen, wie wichtig es ist, einfach nur zu danken! Zu Danken, ohne etwas dafür zu bekommen. Anstatt dessen verfallen wir in der westlichen Welt seit Jahrzehnten in einen Konsumrausch. Wir sehen uns verpflichtet Menschen zu beschenken, die schon alles haben. Vielleicht sollten wir all diesen Menschen manchmal einfach nur ehrlich danken, dass sie in unserem Leben sind.

Der Kaufmann und der König

Im Satsang vor Navaratri, dem Fest zu Ehren der göttlichen Mutter, erzählte Sukadev Teile der Devi Mahatmyam. Er erzählte Geschichten über die göttliche Mutter. Ein herzensguter Kaufmann und ein gerechter König waren von den eigenen Familien und Untertanen verjagt worden. Die Familien und Gefolgsleute wollten nichts mehr mit den Männern zu tun haben. Sie wollten mehr von deren Reichtum haben, und dazu mussten sie die beiden verjagen. Also gingen der König und der Kaufmann beide in ein Ashram.

Beide waren jedoch keinesfalls nur böse oder erzürnt auf ihre Familien. Im Gegenteil, sie waren sehr traurig und hatten viel Mitgefühl mit ihnen. Sie dachten, dass sie etwas falsch gemacht hatten und daran, was nun alles Schreckliches mit den Familien passieren könnte. Der König machte sich Gedanken darüber, ob es seiner Familie nun gut ginge, ob sein Königreich weiterhin ohne Kriege sei. Er fragte sich, was er hätte besser machen können. Dem Kaufmann ging es ähnlich. Er machte sich Sorgen und dachte, dass seine Familie vielleicht Hunger leiden werde. Er hatte Angst, dass seine Kinder noch nicht dazu bereit wären, seine Geschäfte zu übernehmen.

Die beiden konnten wegen der vielen unruhigen Gedanken kaum meditieren. So gingen sie zum Rishi und fragten ihn um Rat. Der Rishi erzählte ihnen Geschichten über die göttliche Mutter. Geschichten in denen Durga, Kali, Lakshmi und die anderen Devis immer wieder erschienen, um die Erde und das gesamte Universum vor den Dämonen und dem Untergang zu bewahren. Der Rishi hätte noch ewig weiter erzählen können, aber er wusste der Kaufmann und der König hatten verstanden.

Frei durch Dankbarkeit

Nachdem der Rishi alle Geschichten erzählt hatte, erschien den beiden Männern Durga. Durga ging auf den Kaufmann und den König zu und fragte sie, welchen Wunsch sie ihnen erfüllen könne. Der König sprach: „Oh göttliche Mutter, ich liebe meine Familie so sehr, ich will zu ihnen zurückkehren, bitte sag mir, dass es ihnen und meinem Königreich gut geht.“ Durga antwortete: „Deine Familie vermisst dich, und die Feinde, die in dein Königreich eingefallen sind, wollen es nur verlassen, wenn du endlich zurückkehrst. So kehre zurück und sein der gerechte König, der du bisher gewesen bist. Du sollst in deinem nächsten Leben der Herrscher über ein ganzes Menschengeschlecht sein.“

Der Kaufmann, den Durga dasselbe gefragt hatte, antwortete: „Oh göttliche Mutter, ich danke dir für alles was du mir bereits gegeben hast. Ich danke dir für alles, was ich bisher durch meine Erfahrungen lernen durfte. Ich wünsche mir nichts mehr in diesem Leben, ich will mit dir eins werden, und dir ewig danken.“ Und Durga antwortete: „Geh zurück zu deiner Familie, sie vermisst dich! Lebe dein Leben, es wird dein letztes Leben sein! Nach deinem Tod wirst du mit mir verschmelzen. Du wirst eins werden und zurückkehren zur Quelle. Du bist frei!“

Näher an Gott durch Dankbarkeit

Dankbarkeit ist laut dieser Geschichte einer der Wege, der uns zur Gottverwirklichung führen kann. In den Momenten in denen wir es schaffen für alles dankbar zu sein, erfahren wir einen Moment der Erleuchtung. Wenn wir alles dankbar annehmen und begreifen, dass wir nur durch das, was uns widerfahren ist, zu dem werden konnten, was aktuell wir sind, spüren wir Gott! Wir kommen so in die Verantwortung für unser eigenes Leben.

Leben ist Leiden. Wir sind nur durch dieses Leiden und durch den Körper, in welchem unsere Seele wohnt, dazu in der Lage Erfahrungen zu machen. Erfahrungen, die uns täglich einen Schritt weiter zur Einheit mit der göttlichen Quelle führen. In dem Moment, in welchem wir dankbar sind und dankbar annehmen, lassen wir los von Gier und von allem Materiellen. Plötzlich spüren wir, dass unsere Seele jede Erfahrung, die wir gemacht haben benötigte, um das zu erreichen was im hier und jetzt ist.

Komme der Quelle ein Stück näher

Manchmal ist es schwierig dankbar zu sein: Vielleicht warst du schon einmal besonders schwer krank, und hast darum gelitten. Hast du einen lieben Menschen verloren oder hast du dich von anderen ungerecht behandelt gefühlt? Vielleicht wurdest du schwer enttäuscht? Allen Menschen kennen Situationen, für die sie scheinbar keine Dankbarkeit verspüren können. Momente, in denen sie sich von Gott verlassen gefühlt haben. Momente in denen sie nicht mehr an das Göttliche in uns, und um uns herum glauben wollten und konnten.

Diese Augenblicke machen uns traurig, wir fühlen uns wie Opfer, wir sind gekränkt oder einfach nur wütend. Vergiss nie: Es sind genau diese Situationen, die dir geholfen haben, dein Karma zu bereinigen! Diese Situationen haben dich ein Stück weiter auf den Weg gebracht, auf welchem du jetzt gerade bist. Den Weg im hier und jetzt in diesem Moment, in welchem du jeden Tag die Chance hast dich zu entwickeln, um das Göttliche in dein Leben zu lassen. Nur so kommst du der Quelle täglich ein Stück näher.

Die Gesetze der Dankbarkeit

1. Je dankbarer du bist, desto mehr Dinge für die du dankbar sein kannst wirst du anziehen. 

2. Glücklich sein macht dich nicht immer dankbar, aber dankbar sein wird dich immer glücklich machen.

3. Dankbarkeit schafft wahrhaftige Vergebung, in dem Moment, wenn du ehrlich sagen kannst: „Ich danke für diese Erfahrung!“

4. Du brauchst in keinem Moment mehr, als das was da ist.

5. Dankbarkeit umfasst Alles.

6. Das wofür du im heute dankbar bist, verändert sich täglich.

7. Für den dankbaren Geist ist nichts selbstverständlich.

8. Jedes Mal, wenn du dankbar bist, vergiss nicht, das es noch wichtiger ist diese Dankbarkeit zu leben.

9. Dankbarkeit bedeutet auch Vergeltung.

10. Die größte Würdigung der Menschen und Momente die du verloren hast, ist die Dankbarkeit.

11. Um wirklich dankbar zu sein, musst du anwesend sein.

12. Die totale Aufgabe der Kontrolle und das tägliche Loslassen vervielfältigen die Kraft der Dankbarkeit.

Nächste Woche geht es darum Methoden der Dankbarkeit kennenzulernen. Was macht Dankbarkeit mit Menschen, wenn sie diese ehrlich und wahrhaftig empfinden? Warum ist Dankbarkeit so wichtig und wie können wir sie trainieren?

Du kannst auch ein Seminar zum Thema Dankbarkeit bei uns besuchen:
  • Infos, Preise & Anmeldung: Achtsamkeit & Dankbarkeit ebnen den Weg, Givingness bringt Reichtum
  • Da es nie wirklich um Geld sondern einzig um die Einstellung dazu geht, wollen wir in diesem Seminar einige Untersuchungen und Unterscheidungen vornehmen, die dem Empfangen von (innerem und äußerem) Reichtum im Wege stehen könnten. Raus aus dem Mangeldenken, Anerkennung und Präsenz für die bereits vorhandene Fülle. Sich öffnen für Möglichkeit sprengt Begrenzungen. Du richtest deine Sicht und dein Bewusstsein auf Neubewertung des eigenen Reichtums und der eigenen Gaben, dann erlebst du das Wunder des Teilens, Verströmens, und du erlebst: Geben und Empfangen sind eins.

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