Yoga im Winter: Mit Absicht nichts tun

Kaum zu fassen! Das war es mit dem „alten“ Jahr. Und wie immer ging es viel zu schnell. An einem Tag im Januar kann man sich schon mal etwa verwirrt umblicken und fragen, ob man besser voller Freude in die Zukunft schauen oder das Ereignisse der letzten 12 Monate noch einmal Revue passieren lassen soll. Ein Glück, die leichte Unentschlossenheit dieser Zeiten ist absolut berechtigt. Der Januar ist nicht umsonst nach dem römischen Gott Janus benannt, dem Gott der Türe und Tore. Und der hatte den sprichwörtlichen Januskopf: Ein Gesicht, das in die Zukunft und ein zweites, das nach hinten in die Vergangenheit schaut. Daraus muss also keine Zerreißprobe werden.

Überhaupt ist der Januar einer der besten Monate zur Rückbesinnung. Und zwar nicht nur in die Vergangenheit, sondern viel mehr noch zum Ursprung an sich, zur Quelle unserer Seele. Überall sonst hält die Natur es ja genauso. Sie zieht sich in sich selbst zurück und schläft. Da kann man über die nicht enden wollende Kälte stöhnen, wie man will. Innen ist alles warm, voller Kraft und Ruhe. Übrigens ein guter Yoga Trick, wenn man mal wieder etwas zu lang oder leicht bekleidet draußen unterwegs ist: Da hilft es manchmal, ganz tief in sich selbst hinein zu spüren. Da drinnen, tief im Körper, im Herzen und in der Seele ist es meistens immer noch kuschelig lebendig und warm.

Im Januar findet die Wandlung des Lebens statt. Und zwar ganz tief innen und weit weg von unserem unruhigen und kontrollierenden Geist. Das sieht dann manchmal so aus, als sei alles zum Stillstand gekommen. Und als würde der Frühling in diesem Jahr niemals kommen. Aber wer etwas Vertrauen hat, der wird eines Tages feststellen, dass gerade in der Stille, im Schlaf und im Traum wichtige Dinge passiert sind. Heilung, Erneuerung und Neuorientierung: Das alles kann ja nicht geschehen, wenn wir nicht immer wieder still werden würden, schlafen, träumen und sämtlich Kontrolle über unser Leben abgeben.

Ein bisschen Geduld ist also angesagt. Und die Fähigkeit zu Vertrauen, Hingabe und Entspannung. Was gibt es da  – neben langen Winterwald-Spaziergängen und viel Schlaf – besseres als Hatha Yoga? Asanas wie die Vorwärtsbeuge und der Schulterstand zum Beispiel? Oder den Pflug? Noch ein Stichwort zum Jahresanfang ist natürlich Meditation: Komm selbst zum Stillstand. Zieh dich ganz in dich selbst zurück. Atme. Lass die Dinge geschehen, wie sie geschehen wollen.

Und dann gibt es noch ein weitere großartige Yoga Technik für Rückzug, Einkehr und Erneuerung: Traum Yoga. Sogar Yoga Meister wie Patanjali meditierten nämlich schon über ihre Erlebnisse im Traum. Wenn man die Gefühle und Sehnsüchte dieser ur-eigenen Anderswelt erst einmal ernst nimmt und zu verstehen weiß, dann kann man in sich eine ganz neue, unausgeschöpfte Quelle der Weisheit und inneren Botschaften entdecken.

So ganz im Inneren angekommen, wirkt der Januar auf einmal gar nicht mehr so kalt, grau und lang. Unerwartet erweist er sich sogar als ein Geschenk des Himmels: Einfach loslassen dürfen, sich zurückziehen und viel Zeit der eigenen Seele widmen. Der Januar ist eine Zeit des absichtlichen Nicht-Handelns. Und gerade das kann manchmal so wohltuend sein. Schlechtes Gewissen und innere Rastlosigkeit sind da vollkommen überflüssig.

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Dietlind Arndt lebte  2010 – 2011 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

4 Kommentare zu “Yoga im Winter: Mit Absicht nichts tun

  1. Einfach super!!

    Ja, dir auch ein schönes und entspannendes 2013

    ૐ Rafaela

  2. Hallo Rafaela,

    da bei Yoga Vidya alle göttlich inspiriert sind, kann da nichts passieren.

    Außerdem habe ich gehört, da arbeitet niemand, die machen bloß Seva.

    Ein schönes 2013 noch!

    Die Brilliante

  3. Soso, im Januar nichts tun und kein schlechtes Gewissen haben.

    Ich mache es genau umgekehrt.

    Ich arbeite im Januar viel und tue wenig in den restlichen Monaten.

    Sehr entspannend……..;-)

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