136 Setze deine Stärken ein – sei tätig mit Freude – 11. Minimax Gelassenheitstipp für den Alltag

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Eine sehr wirkungsvolle Praxis: Wenn du eine Aufgabe hast, frage dich: Wie kann ich für diese Aufgabe meine Stärken einsetzen? Welche Stärken habe ich, die ich in dieser Aufgabe einsetzen könnte? Beispiel: Du willst deine Wohnung renovieren. Welche Stärken hast du, um das zu bewerkstelligen? Vielleicht bist du eine gute Köchin: Dann lade deine Freunde/Freundinnen zur Renovierungsfeier ein – und versprich ihnen ein tolles Abendessen. Angenommen, du bist ein guter Computer Spezialist: Dann biete anderen an, dich um ihren Computer zu kümmern, wenn sie dir helfen. Besser noch: Kümmere dich erst ein paar Monate um die PCs deiner Bekannten. Die Hälfte wird dir dann helfen, wenn es ums Renovieren geht. Angenommen, du bist ein guter Autodidakt: Dann lies Bücher oder Internetseiten über das Renovieren. Angenommen du sprichst gerne mit Menschen: Dann bitte andere um Rat und Hilfe: Oft werden andere dir helfen. Eine ähnliche Praxis wäre dich zu fragen: Wie müsste ich es machen, damit ich es mit Freude tun kann? Angenommen ich könnte das was zu tun ist, mit Freude machen, wie würde ich es machen? Manchmal hilft dabei auch das Konzept der zweitbesten Lösung: Wenn du die beste Lösung gefunden hast und leider verwerfen musst: Was wäre die zweitbeste Weise die Aufgabe zu erledigen, und dabei Freude zu haben? Sukadev gibt dir in diesem Podcast zwei Beispiele aus seinem Leben. Das eine beschreibt, wie er sich motivieren konnte zu seiner Diplomprüfung. Das zweite beschreibt, wie es zu diesem Podcast kam. Übrigens, die beiden Konzepte – Stärken und Freude bei der Tätigkeit, beruhen auf der Terminologie der Bhagavad Gita: Svarupa – die Stärken. Svabhava – Herzensenergie . Überlege: Wie kann ich das was ich zu tun habe, so tun, dass ich meine Stärken einsetzen kann? Wie müsste ich die Aufgabe erledigen, damit ich daran Freude habe? Manchmal musst du auch überlegen: Welche Schwäche muss ich überwinden, damit meine Stärken eingesetzt werden können? Was muss ich tun, obgleich ich es nicht mag, damit ich es anschließend mit Freude tun kann? Aber auch dafür hilft die Perspektive, die Bewusstheit: So kann die Aufgabe erledigt werden, damit ich meine Stärken einsetzen kann. So kann ich die Aufgabe erledigen und dabei Freude empfinden.

11. Minimax Gelassenheits-Tipp für den Alltag. 136. Folge des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

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Setze deine Stärken ein, sei tätig mit Freude. Eine sehr wirkungsvolle Praxis. Wenn du eine Aufgabe hast, frage dich: „Wie kann ich für diese Aufgabe meine Stärken einsetzen? Welche Stärken habe ich, die ich in dieser Aufgabe einsetzen könnte? Wie kann ich das, was ich zu tun habe, freudevoll tun?“

Beispiel: Du willst deine Wohnung renovieren. Du kannst überlegen, welche Stärken hast du, um das zu bewerkstelligen? Vielleicht bist du eine gute Köchin. Dann lade deine Freunde, Freundinnen zur Renovierungsfeier ein und versprich ihnen ein tolles Abendessen. Angenommen, du bist ein guter Computerspezialist. Dann biete anderen an, dich um ihren Computer zu kümmern, wenn sie dir helfen. Besser noch, kümmere dich erst ein paar Monate um die PCs deiner Bekannten. Die Hälfte wird dir dann helfen, wenn es ums Renovieren geht.

Angenommen, du bist ein guter Autodidakt. Dann lies Bücher oder Internetseiten über das Renovieren. Angenommen, du sprichst gerne mit Menschen. Dann bitte andere um Rat und Hilfe, oft werden andere dir helfen. Angenommen, du machst am liebsten Dinge alleine. Dann mache es alleine. Mache es so, dass du selbst zufrieden damit bist. Du kannst dich auch fragen: „Wie müsste ich es machen, damit es mir Freude bereiten kann? Angenommen, ich könnte das, was zu tun ist, mit Freude machen, wie würde ich es machen?“ Auch hier wieder, bei diesem Renovierungsbeispiel, vielleicht bist du jemand, der sich gerne am liebsten mit sich selbst beschäftigt und du genießt es, selbst zu renovieren, ohne dass jemand dabei ist. Dann schicke vielleicht deine Freundin oder deinen Freund ein paar Tage weg und arbeite ganz allein

Angenommen, du bist jemand, der überhaupt keine Lust hat, zu renovieren und der das ganz dumm findet. Gut, dann überlege, ob du Überstunden machen kannst und dafür jemand anderes anheuerst, der die Arbeit für dich tut. Angenommen, du bist jemand, der liebend gerne mit anderen Menschen spricht. Vermutlich werden andere dann auch mit dir gerne sprechen. Gut, dann mache es im Team. Du kannst ja anderen helfen, andere werden dir helfen.

Überlege also: „Wie müsste ich es machen, damit ich es mit Freude machen kann?“ Vielleicht bist du jemand, der Abwechslung braucht. Dann mache mal erst dies und mache dann das. Angenommen, du bist jemand, der erst eine Sache zu Ende führen will. Dann beginne mit etwas und führe sie zu Ende usw. Überlege dir also: „Wie müsste ich das tun, was zu tun ist, um es mit Freude zu machen?“ Oder: „Angenommen, ich könnte das tun, was zu tun ist, mit Freude machen, wie würde ich es machen? Wie wäre die Situation?“ Manchmal hilft auch das Konzept der zweitbesten Lösung. Wenn du die beste Lösung gefunden hast und leider verwerfen musst, weil sie nicht möglich ist, unrealistisch ist, zu kompliziert oder die Situation eben anders ist, dann überlege: „Was wäre die zweitbeste Weise, diese Aufgabe zu erledigen und dabei Freude zu haben?“

Ich will hier nochmal zwei Beispiele aus meinem eigenen Leben gebrauchen. Irgendwann mal vor dreißig Jahren habe ich BWL studiert. Zu dem Zeitpunkt habe ich schon Yoga geübt, ich habe auch schon eine Yogalehrerausbildung gemacht, eigentlich hatte ich wenig Lust, das Studium der Betriebswirtschaftslehre abzuschließen. Aber alle, die ich gefragt hatte, mit denen ich mich beraten habe, haben gesagt: „Dir fällt das doch nicht schwer, führe es doch zu Ende, auch wenn du mal ein Yogacentrum leitest, wird der Titel dir gut tun. Wenn du mal mit Banken verhandelst oder mit Bürgermeistern oder anderen, da ist es gut, wenn du Diplomkaufmann bist.“ Und das hat mir auch eingeleuchtet. Dennoch, Interesse hatte ich erst mal nicht an all diesen Theorien der Betriebswirtschaftler, Kostenlehre vom Typ A, Kostenlehre vom Typ B und die verschiedenen volkswirtschaftlichen Theorien und Gesamtrechnungen usw. Dann habe ich überlegt, wie kann ich das, was ich zu machen habe, tun, dass es mir Spaß macht? Und ich wusste, ich bin an Menschen interessiert, mich faszinieren Menschen und mich fasziniert auch das, was Menschen antreibt. So habe ich mir Biographien besorgt über die großen Betriebswirtschaftler und Volkswirtschaftler und habe dann aus ihrer Biographie Rückschlüsse auf ihre Theorien gezogen und umgekehrt, ich habe aus ihren Theorien überlegt, welche Art von Geist denkt so, dass er diese Theorie konzipiert. Das war dann interessant. Es war psychologisch interessant und es war auch eine faszinierende Denkaufgabe. Zunächst musste ich noch mehr Bücher lesen als sonst. Aber es hat mir Spaß gemacht, es hat mir Freude bereitet. Und so konnte ich das, was ich gelernt habe, gut behalten.

Ein weiteres Beispiel: Ich schreibe ja gerade an dem Buch „Gelassenheit entwickeln“ oder „Der Königsweg zur Gelassenheit“. Als mir der Verlagsleiter des Verlags gesagt hat, er glaubt, das wäre ein gutes Thema, er hat mich nämlich getroffen nach einem Vortrag und meinte, das könnte ein guter Seller werden, da habe ich erst gedacht, ich habe da kaum Zeit dafür. Zweitens war das noch eine zusätzliche Belastung. Drittens habe ich mich aber gefreut, wieder ein Buch schreiben zu können und insbesondere vielleicht eines, das populärer werden kann und mehr verkauft wird. Dann kam dann der Zeitpunkt, dass ich das Buch schreiben sollte. Und es gab auch eine Koautorin, eine Lektorin, die also vieles in Worte fassen würde. Nur das Material musste von mir kommen. Da habe ich überlegt, wie kann ich das machen? Ich bin es nicht mehr gewohnt, ein Buch von zweihundert Seiten zu schreiben, mich hinzusetzen. Meine anderen Bücher sind so entstanden, dass ich ein Seminar gegeben habe, dieses Seminar wurde dann niedergeschrieben von einem der Teilnehmer oder einem der Schüler von Yoga Vidya, dieses wurde dann bearbeitet, daraus wurde ein Konzept entwickelt, dieses Konzept habe ich dann bearbeitet und jemand anderes hat dann das Lektorat gemacht. So entstanden meine anderen Bücher. So habe ich überlegt, ähnlich kann ich ja mit diesem Buch vorgehen. Also habe ich mich entschieden, ich mache daraus einen Podcast. Ich diktiere und zum Diktieren muss ich vorher ein kleines Skript machen, ein paar Stichworte, daraus entsteht dann der Podcast, dieser Podcast wird niedergeschrieben und dann kann die Koautorin und Lektorin daraus dann dieses Buch zusammenfassen. So habe ich meine Stärken eingesetzt, ich kann einfach sprechen, mir fällt es auch leichter, du zu sagen, obgleich das Buch nachher in der Sie-Form sein soll. Aber so fällt es mir erst mal leicht und es macht mir Freude und ich habe Energie dafür.

Jetzt für diejenigen, die mit Yoga etwas vertraut sind, will ich eben sagen, diese Technik: „Was sind meine Stärken? Und wie kann ich es machen, dass es mir Freude bereitet?“ Diese Technik findest du auch schon in der Bhagavad Gita. Krishna spricht dort von Swarupa und Swadharma. Swarupa wäre dort die Stärken, die du hast. Und Krishna sagt: „Wenn du überlegst, was ist dein Swadharma, deine Aufgabe, dann überlege, in welcher Situation bist du, Karma, dann, was ist deine Swarupa, deine Wesensnatur, was sind deine Stärken, dein Temperament, und wo ist dein Swabhava, deine Herzensenergie, Freude und Liebe. Dann tue das, was zu tun ist, nutze deine Stärken, nutze deine Herzensenergie und bringe alles Gott dar und tue es, um Gutes zu tun.“

Gut, jetzt überlege, wie kannst du das, was du zu tun hast, so tun, dass du deine Stärken einsetzen kannst? Wie kannst du die Aufgabe erledigen, dass du daran Freude hast? Manchmal musst du auch ergänzend überlegen: „Welche Schwäche muss ich überwinden, damit ich meine Stärken einsetzen kann? Was muss ich tun, obgleich ich es nicht mag, damit ich es anschließend mit Freude tun kann?“ Eventuell bist du jemand, der sehr gut im Umgang mit Menschen ist, vielleicht wärst du sogar eine gute Führungspersönlichkeit. Aber vielleicht bist du kein Massenmensch, du hast also Schwierigkeiten, vor vielen Menschen zu sprechen. Aber für die Vorgesetztenfunktion, für die Teamleiterfunktion ist auch mal wichtig, vor vielen Menschen zu sprechen. Aber du wärst ein sehr guter Teamleiter, du weißt, Menschen vertrauen dir, du kannst Menschen motivieren. Gut, dann musst du das überwinden, was dir keinen Spaß macht. Du musst dann eben auch mal vor vielen Menschen sprechen, du musst dich überwinden, sodass du dann Teamleiter werden kannst und dort deine besonderen Stärken einsetzen kannst. Immer wieder musst du auch überlegen: „Welche Schwäche habe ich, die ich überwinden muss, damit meine Stärken eingesetzt werden können?“ Im Grunde genommen ist es das, worüber ich ja schon öfters gesprochen habe, nutze deine Stärken, entwickle deine Stärken und sei dir bewusst, du kennst noch nicht all deine Stärken. Deshalb, bei allem, was ich dort sage, nutze deine Stärken, experimentiere ab und zu und überlege, ob du vielleicht Stärken hast, die du noch nicht genutzt hast. Je mehr du ausprobierst, umso mehr lernst du über dich selbst. Daher, im Normalfall überlege: „Welche Stärken habe ich, die ich dort einsetzen kann?“ Manchmal experimentiere auch spielerisch. Überlege, wie kannst du das, was zu tun ist, mit Freude tun?

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