Die sieben Chakra-Persönlichkeitstypen nach Shai Tubali

Das Wissen um deinen Chakra-Persönlichkeitstyp ist ein wichtiger Schlüssel, um dein größtes Potenzial und deine Bestimmung zu erreichen. Es kann dir helfen herauszufinden, welche Art von Meditation, spiritueller Praxis und spirituellem Weg für deine eigene Lebensreise am besten geeignet ist.

Shai Tubali, ein spiritueller Lehrer und Chakra-Experte, hat auf unserem Yoga Vidya Yogakongress 2019 die sieben Typen und ihre spirituelle Erfüllung in einem Vortrag und einer geführten Meditation vorgestellt.

Chakren sind runde, bewegte Zentren von Bewusstsein und Prana, der Lebensenergie. Sie sind die über „elektrische Leitungen“, die Nadis miteinander verbunden. Man spricht meist von sieben Hauptchakren und einer Vielzahl von kleineren Nebenchakren.

Die sieben Persönlichkeiten als Weg zum Frieden

Im Rahmen der Selbstentwicklung ist ein effektiver Weg deine tiefere Persönlichkeitsstruktur kennenzulernen und dich mit deiner einzigartigen Stimme ausdrücken kannst. Jeder Mensch hat drei stark ausgeprägt Chakren, die größeren Einfluss auf seinen Körper und Geist haben.

Wurzelchakra – der/die Erschaffer/in

Das Thema des Manipura Chakras ist Sicherheit und das Dazugehörigkeitsgefühl. Du wirst sehr über deine Instinkte gesteuert. Als Erschaffer/in liebst du Regeln, Routine, Traditionen und deine Heimat. Du möchtest ganz genau wissen, wie die Welt funktioniert. Dabei  bist du ein geduldiger Mensch, liebst die Harmonie. Veränderungen sind nicht dein Ding, du magst eher das langfristige Denken.

In deiner Ausdrucksweise bist du sehr weich und milde. Bei den Doshas bist du eher Kapha zugehörig.  Kapha ist eines der drei Doshas, d.h. Konstitutionen bzw. Bioenergien im Ayurveda. Gerät Kapha aus dem Gleichgewicht, dann kann es sich in Gier, Neid, Depression und fehlender Motivation manifestieren. Du hast es dann mit deiner Lethargie zu tun und fühlst dich oft schnell erschöpft.

Vipassana Meditation unterstützt dich beispielsweise, in deine Mitte zu kommen. Es ist eine buddhistische Meditationstechnik, die die Achtsamkeit schult. Es gibt im Wesentlichen zwei Methoden:

  1. Übung der Achtsamkeit auf das Atmen, was in der Regel im Sitzen praktiziert wird
  2. Übung der Achtsamkeit beim Gehen

Letztendlich zielt das Üben von Vipassana darauf, alltägliche Verrichtungen bewusst und achtsam auszuführen, um sich so nach und nach seiner Gedanken und Gefühle bewusst zu werden und diese zu beobachten.

Ab und an helfen dir aber auch kleine Schocks, um vorwärts zu kommen.

Sakralchakra – der/die Künstler/in

Swadisthana ist das Chakra der Freude. Es ist ein impulsives Zentrum und daher hast du sehr viel Energie. Bist du der/die Künstler/in, lebst du gerne im Moment und denkst eher kurzfristig.

Du redest gern und viel, bist humorvoll und magst es, ewig Kind zu sein. Du suchst nach den Höhepunkten, um starke Gefühle zu leben. Dabei bist du anfällig für Stimmungsschwankungen, also entweder bist du himmelhochjauchzend und todtraurig gestimmt. Das macht dich auch suchtanfällig.

Morgens bist du nicht zu gebrauchen, denn du bist ein Morgenmuffel, der erst aufwachen muss. Du erfährst das Leben durch deinen Körper, deine Sinne und liebst die Ästhetik.

Du tun eher dynamische Meditationen gut, ein Tanz mit offenen Augen, die Ekstatik. Es gibt sehr viele verschiedene dynamische Meditationsformen, die bekanntesten hat Osho entwickelt.

Klarheit und die Konzentration auf dein drittes Auge helfen dir, um dich gut auszubalancieren. In der Yogaphilosophie heißt es, dass sich das Dritte Auge in der Mitte der Stirn befindet, etwas oberhalb der Augenbrauen. Es handelt sich um ein Kshetra, also um ein Ausstrahlungsfeld des Stirnchakras, das in der Mitte des Kopfes sitzt.

Nabelchakra – der/die Zielstrebige

Das Manipura Chakra ist das Zentrum der Willenskraft und Ambition, der Individualität und Stärke. Es ist der Heldentyp, der verschiedene Richtungen braucht, um auf diese zuzugehen. Du liebst es, äußere Hindernisse zu meistern und kannst dann aber auch schnell wütend über Hindernisse werden.

Du hast viel Energie und brodelnde Lebenskraft in dir. Diese Energie ist sehr zielorientiert, daher bist du ein Mensch der Handlung, der immer der Beste sein möchte. Dabei hast du die Tendenz dich und andere zu bewerten, denn du bist sehr wettberwerbsorientiert. Du hast die Tendenz zum workaholic, aber Vorsicht, denn damit überschreitest du deine eigenen Grenzen.

Das Manipura Chakra wird von dem ayurvedischen Dosha Pitta beeinflußt. Hast du zu viel Pitta, kann es sein, dass du zu schroff vorgehst und ohne genügend Rücksicht auf andere.

Du kommunizierst ungern und teilst Zwischenmenschliches nicht gerne. Da du sehr selbstdiszipliniert bist, wollen die Zielstrebigen gerne Siddhis erreichen. Siddhis sind die außergewöhnlichen Kräfte eines Yogis. Ein Yogi entwicklelt die Fähigkeit über alle Kräfte in der Natur und kann sie nach seinem Willen nutzen. Er hat völlige Kontrolle über die Elemente.

Generell braucht der/die Zielstrebige viel Entspannung und vor allem die Erfahrung, dass dein Selbst nicht an Handlungen gekoppelt ist.

Daher fühlst du dich sehr vom Raja Yoga angesprochen, das Training und Techniken beinhaltet.

Raja Yoga

Im Raja Yoga geht es um die Entwicklung der Herrschaft über den Geist und die Beschreibung des Geistes.

Der Raja Yoga von Patanjali beschäftigt sich mit dem Geist und der Beherrschung des Geistes durch Mentaltechniken. Durch Selbstbeobachtung und Selbstanalyse lernst du deine individuellen Muster kennen.

Du erfährst, was dich in deinem Potential einschränkt und was dir nützt. Durch Konzentration auf das Gute in dir, entwickelst du immer mehr deine innere Stärke.

Herzchakra – der/die Fürsorgende

Das Anahata Chakra ist das emotionale Zentrum und das Chakra der Beziehungen. Als Fürsorgender/in bist du sehr freundlich und ein sensitiver Mensch. Deine größte Freude ist die Intimität und die zwischenmenschlichen Beziehungen.

Daher ist dir der Erfolg von Liebe in Beziehungen sehr wichtig. Auf der materiellen Ebene ist er dir allerdings unwichtig, denn die Liebe ist dein Grund, die Absicht und das Ziel deines Lebens. Du nutzt vor allem Kommunikation, um Intimität herzustellen.

Durch deine Fürsorglichkeit und dein Mitgefühl bist du oft in der sozialen Arbeit, im Gesundheitswesen und Heilberufen zu finden. Da du dich gerne hingibst, liebst du es dich aufzuopfern. Das bringt dich an deine Grenze der Selbstaufgabe, in emotionale Abhängigkeit. Die Schattenseite sind zudem auch noch deine besitzergreifenden Handlungen und deine Eifersucht.

Daher ist es wichtig, an deiner Unabhängigkeit zu arbeiten. Du solltest dein drittes Auge schulen, um Klarheit zu haben. Im Spirituellen fühlst du dich zu Gottheiten, Gurus und Lehrer hingezogen.

In Ritualen findest du deine Erfüllung und liebst den Bhakti Yoga, dass ist der Yoga der Liebe und Hingabe. Bhakti ist Liebe um der Liebe willen. Es ist nicht die Emotionalität, sondern das Einstimmen des Willens und des Denkvermögens auf das Göttliche. Ohne Bhakti sind jegliches Erkennen und Handeln leer.

Kehlkopfchakra – der/die Redner/in

Im Vishudda Chakra sitzt die Kraft der Interaktion und des Austausches. Der/die Redner/in ist sehr kommunikativ und beeinflusst über die Kommunikation andere Menschen. Du liebst es, zu erklären. Es macht dich glücklich, anderen so inspirieren zu können, dass sie ihr Leben ändern. Als Visionär, Lehrer oder Erzieher verbindest du gerne die verschiedenen Welten miteinander.

Du möchtest gern große Ideen verbreiten, bist im Gegenzug jedoch weniger emotional. Als Träumer und Idealist bist du im reellen Leben nicht so erfolgreich, da hier alles Schritt für Schritt  gemacht werden muss.

In der Spiritualität sprechen dich Mantren, Visualisierungen und Affirmationen sehr an. Du hast dabei gerne die Augen offen und möchtest Spiritualität verbreiten.

Stirnchakra – der/die Denker/in

Das Ajna Chakra ist das Zentrum der Einsicht und des Verstehens. Du bist eher intellektuell gesteuert und liebst es, zu wissen, wie und warum die Welt funktioniert. Die Welt beobachtest du gerne von außen. Daher hast du oft das Gefühl nicht zur Umwelt zu gehören und hast wenig Gefühl für deinen Körper. Tiefe Gefühle versucht du sehr genau zu untersuchen.

Du bist vielleicht von Beruf Akademiker, Wissenschaftler, denn du bist ein Individualist, der eine originelle Art des Denkens jenseits der Normen hat. Du bist sehr glücklich, wenn du eine Antwort auf eine Frage findest.

Es ist gut für dich zu realisieren, dass du ein menschliches Wesen bist, das in einem Körper lebt. Du neigst dazu arrogant und kritisch gegenüber anderen zu sein, weil du selbst sehr konfus mit dem wirklichen Leben umgehst.

Im Spirituellen spricht dich der Weg der Selbsterforschung an: Zen Koan und Jnana Yoga. Jnana Yoga ist der Weg der Erkenntnis oder auch der „Yoga des Wissens“. Zentral ist die  Frage: „Wer bin ich?“

Die vier Schritte im Jnana Yoga

  • Shravana: Hören – Der erste Schritt ist das Hören der Weisheit, vorzugsweise aus dem Mund eines Selbstverwirklichten.
  • Manana: Nachdenken – Der zweite Schritt ist eigenes Nachdenken bzw. Kontemplation über das Gehörte. Die meisten Jnana Yoga Schriften sind als Zwiegespräch zwischen Meister und zweifelndem Schüler
  • Nididhyasana: Meditieren – Der dritte Schritt ist die Meditation, die über das Intellektuelle hinausgeht und den Zugang zum intuitiven Begreifen öffnet. Die Umsetzung in die Praxis des täglichen Lebens ist auf dieser Stufe parallel zur Meditation notwendig.
  • Anubhava: Verwirklichen – Im letzten Schritt erfolgt die volle Verwirklichung. Hier werden alle Antworten voll beantwortet und der Jnana Yogi erkennt die Wahrheit bzw. sein eigenes Selbst.

In der kontemplativen Meditation, die deine Grenzen herausfordert, kannst du die Balance finden und dich mit deinem Körper verbinden.

Scheitelchakra – der/die Yogi

Dem Sahasrara Chakra Zugehörige sind eher selten zu finden. Sie sind oft Priester/innen, die auf die Welt kommen und nicht ganz dazu gehören. Sie sind sehr unverhaftet,  fühlen sich wenig verwurzelt, geerdet.

Der/die Yogi ist sehr Vata gesteuert, welches das dritte Dosha im ayurvedischen Konstitutionsprinzip ist. Zu viel Vata heißt meist, zu abgehoben sein, in den zu Wolken schweben.  Das kann zu Realitätsferne führen und Ängste, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe begünstigen.

Du liebst Tempel, Ashrams und Orte der Einsamkeit. In der westlichen Welt bist du daher etwas orientierungslos. Deine Lebensaufgabe ist es, wieder zurück zur Quelle zu kommen. Du gehst eher keine tiefen Beziehungen ein, da du dich nicht mit der materiellen Welt befassen möchtest. Daher brauchst du auch keinen materiellen Reichtum.

Deine weitere Aufgabe ist es, dich mit deinem Körper anzufreunden. Du brauchst vorallem auch etwas Abwechslung im Leben. Gestalte deine Yoga-Praxis sehr abwechslungsreich.

Im Spirituellen fällt es dir leicht, die Welt anstrengungslos loszulassen. Lange Meditationen mit geschlossenen Augen sprechen dich besonders an. Du arbeitest mit Vorliebe an deinem feinstofflichen Körper.

Anu Neumeyer Yogalehrerin (BYV), Ayurveda Gesundheitsberaterin (BYVG), Fußreflex-Therapeutin, Diplom Sozialpädagogin, Naturpädagogin und Erlebnispädagogin.

Anu praktiziert Yoga seit 2001. Nach ihrer vier Wochen Intensiv Yogalehrer Ausbildung 2016 entschied sie sich im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg zu leben, wo sie seitdem ihre Yogapraxis und Unterrichtserfahrung vertieft. Ihr Yoga Unterricht reicht von fortgeschrittenen Yoga Stunden mit intensiver Ausrichtung auf die Chakren über exakte Ausrichtungs-Prinzipien bis hin zu klassischen Yoga Vidya Stunden aller Level. Anu wendet mit viel Freude auch ihre therapeutischen und heilerischen Fähigkeiten in den Bereichen Ayurveda und Naturspiritualität an.

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1 Kommentar zu “Die sieben Chakra-Persönlichkeitstypen nach Shai Tubali

  1. Mangalaji

    Danke,für diesen Artikel.
    Ich könnte mir seinen Vortrag nicht anhören….und deshalb freue ich mich es hier zu lesen.
    Mangalaji

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