Yoga und andere Philosophiesysteme

andere Philosophiesysteme profitieren oft von Yoga

Immer wieder ist es auf der ganzen Welt ein Thema: Darf ich Yoga als Moslem, Jude, Christ ausüben? Ist Yoga eine Religion oder ein Philosophiesystem? Was hat das Ganze mit Spiritualität zu tun? Viele dieser Themen sind sehr subjektiv und es hängt sehr davon ab, wen man fragt. Bei Yoga Vidya haben wir zu dazu eine sehr klare Einstellung. Yoga ist keine Religion und sie verträgt sich mit allen anderen Glaubens- und Philosophiesystemen, solange der Mensch den Wunsch hat, zu sich zu finden.  Jede Religion kann von Yoga profitieren, wenn der oder die Gläubige durch das Praktizieren Lebensqualität gewinnt.

Ob im Islam, im Buddhismus oder im Christentum, die Religionen haben mehr gemeinsam als ihnen manchmal lieb ist. Und auf das, was alle gemeinsam haben, konzentriert sich auch Yoga. In den großen Welt-Religionen wird beispielsweise viel gebetet. Dafür braucht es Achtsamkeit und Konzentration – zwei zentrale Kernthemen des Yoga. Zum Fasten vor Ostern, während Ramadan oder zur Körperreinigung ist ein gesunder und gestärkter Körper von Vorteil. Erst die gute gesundheitliche Kondition lässt uns doch voll und ganz in das Fasten eintauchen. Es ist also sehr förderlich durch Körperübungen alias Asanas und Kriyas Körper und Geist auf so schwierige spirituelle Praktiken vorzubereiten. Yoga und andere Philosophiesysteme ergänzen sich in diesem Sinne.

Religion-Philosophiesysteme-Meinungen-Mixmax

Schenkt man Aristoteles Glauben, so hat jeder Mensch das Ziel, sein eigenes Glück zu fördern (Aristoteles, Nikromachische Ethik, ca. 335-323 v. Chr.), nur wie Wege dorthin sind immer andere. Jede Religion will ihre Mitglieder vor dem Verderben bewahren, in den Himmel schicken oder aus dem ewigen Kreis der Wiedergeburt befreien. Dafür haben sie ganz verschiedene Namen. Von Nirwana über Paradies bis hin zu Dschanna. In den meisten Fällen erreichen sie dies durch Hingabe an Gott oder ihrem höheren Selbst. Genau das übt Bhakti Yoga. Es geht auf diesem Yogaweg darum, sich Hinzugeben und das eigene Ego loszulassen. Ob das nun auf Sanskrit, Latein oder Arabisch passiert, ist vom Yoga unabhängig. Hier bei Yoga Vidya nutzen wir allerdings gerne Mantren, da sie eine ganz bestimmte Schwingung haben.

Das Gebet ist ein starkes Symbol für Yoga und andere Philosophiesysteme

Mantren besingen oft einen bestimmten Gott-Aspekt und nenne Götter direkt beim Namen. Viele danken auf dem ersten und meistens auch zweiten Blick, dass die vielen Götterstatuen nun als bestimmte Religion verstanden werden können. Allerdings geht es Yogis um das, was hinter den Worten steckt. Beispielsweise Ganesha steht für das Probleme aus der Welt räumen. Nun könnten wir auch statt Jaya Ganesha singen: Erfolg die Probelem aus der Welt zu räumen. Das klingt allerdings etwas holprig und es ist ein schwerer Konzentrationspunkt. Hinter Probleme Wegräumen steckt doch noch viel mehr Tapferkeit, Mut und Tatendrang. Diesen Teil finden wir in vielen Philosophiesystemen.

Tugenden wie ethisch aufrechtes Handeln und Wahrhaftigkeit sind überall ein Thema. So auch im Yoga. Statt die Abgrenzungen zwischen den verschiedenen Glaubenssystemen zu suchen, betont Yoga also das gemeinsame unter ihnen. Die Inhalte können flexibel ausgetauscht werden und das Ziel der jeweiligen Religion tritt immer mehr in den Vordergrund des Lebens der Aspiranten. Swami Sivananda, in dessen Tradition wir bei Yoga Vidya leben, hatte zum Ziel dem Hindu zu einem besseren Hindu, den Christen zu einem besseren Christen und den Moslem zu einem besseren Moslem zu helfen. Daher kann man Yoga üben und unterschiedlichen Philosophiesystemen und Religionen folgen – oder eben auch rein säkularen Yoga üben.

Und wie steht es um Yoga Vidya und Religion?
Yoga Vidya steht auf der Basis von Yoga Vedanta, letztlich ein Zweig des Hinduismus. Bei Yoga Vidya folgen wir Glaubensvorstellungen, Ritualen, Lebensregeln und Praktiken, die Teil des Yoga Vedanta Zweigs des Hinduismus sind, wie:

  • Glaube an Reinkarnation
  • Glaube an die Unsterblichkeit der Seele
  • Glaube an Karma und damit Sinn im Leben
  • Glaube an ein Göttliches, das sowohl als unpersönlich als auch als persönlich gesehen und erfahren werden kann
  • Ausführung von hinduistischen Ritualen wie Puja, Homa, Agnihotra, Arati, Rezitationen
  • Klassische hinduistische Schriften wie Bhagavad Gita und Upanishaden (Veda)
  • Satsang als klassischer hinduistischer Gottesdienst mit Meditation, Kirtan, Lesung, Mangalacharana (Segensmantras), Arati
  • Die Sevaka Gemeinschaften in den Ashrams sind spirituelle Gemeinschaften und damit Klostergemeinschaften
  • Sattwiger, reiner Lebensstil, also ohne Konsum von Fleisch, Fisch, alkoholische Getränke, Drogen, Zigaretten etc.

Im Yoga Vedanta Zweig des Hinduismus ist besonders das Einschließende, nicht das Ausschließende. Das heißt auf dieser Basis kann man auch Elemente aus anderen spirituellen, religiösen, nichtreligiösen, therapeutischen, ökologischen, sozialen, wissenschaftlichen Richtungen mit einfließen lassen. Besondere Bedeutung hat auch die Praxis: Glaubensbekenntnis ist weniger wichtig – Praxis und Lebensstil sind wichtig.

Genauso es essentiell zum Yoga Vedanta, dass sich jeder das nimmt, was für ihn/sie hilfreich ist. So kann jeder aus egal welcher Tradition oder Nichttradition die Praktiken und Empfehlungen, nutzen, die ihm/ihr hilfreich erscheinen.

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