Yoga Wiki über Shaktipat

Hast Du schon mal von Shaktipat gehört? Bei bestimmten Yogastilen und Übungssystemen wie beispielsweise dem Siddha Yoga oder dem Kriya Yoga spielt Shaktipat, also die Einweihung eines Gurus, die zentrale Rolle. Beim Shaktipat, auch Shaktipata genannt, wird die göttliche Energie vom Meister auf den Schüler übertragen. Shaktipat ist eine alte Technik aus dem Tantra. Nicht selten soll die Kundalini beim Empfänger des Shaktipat erweckt werden. Diese schnelle Erweckung und starke Energieübertragung, die beim Shaktipat stattfindet, ist jedoch nicht für jeden Schüler geeignet.

Swami Muktananda, der Begründer von Siddha-Yoga ist bis heute einer der bekanntesten Shaktipat Gurus und genau deshalb auch teilweise umstritten. Er hat in den 1960-80er Jahren in der westlichen Welt intensiv gewirkt, indem er etlichen seiner Aspiranten Shaktipat gab. Vielen Gurus und Meistern der Vergangenheit und Gegenwart gelang es, durch das Geben von Shaktipat zu Ruhm, Spenden und großen Anhängerschaften zu kommen. So veranstaltet die Sidda Yoga Organisation SYDA jährlich große Shaktipat Events, die ihre Anhänger nicht wenig Geld kosten. Bei solchen Angeboten ist es stets wichtig, offen aber auch kritisch zu bleiben. So tauchen gelegentlich Behauptungen auf, dass beim Shaktipat direkt die Erleuchtung vom Guru übertragen werden kann. Dies impliziert, dass wir, wenn wir eine Shaktipat Einweihung buchen, letztendlich die Gottverwirklichung erwerben können.

So faszinierend die Idee ist, durch Shaktipat erleuchtet zu werden, so ist der spirituelle Weg meistens doch etwas länger und findet auf vielen Ebenen statt. Kein wahrlich erleuchteter Guru würde ernsthaft behaupten, nur durch ihn könne ein Schüler erleuchtet werden. Wer erleuchtet ist, fühlt sich nicht getrennt von anderen und fühlt sich ihnen nicht überlegen. Ein erleuchteter Guru ist pures göttliches Bewusstsein. Mit dem Geben von Shaktipat würde er sich über seine Schüler stellen. In diesem Zusammenhang Geld für Shaktipat zu verlangen, ist eine umstrittene Sache. Gerade in der Leistungsgesellschaft von heute finden aber viele Menschen Shakipat attraktiv, weil es eine schnelle Lösung zu sein scheint.

Kundalini YogaBei Yoga Vidya steht die Energie des Sadguru Swami Sivananda immer im Fokus des spirituellen Strebens, jedoch wird diese Art von Shaktipat und Energieübertragung nicht praktiziert. Eine Form der Engergieübertragung bei Yoga Vidya ist die Mantra Diksha, welche auch Mantraweihe genannt wird und jedem ernsthaftem Aspiranten offen steht. Bei diesem Ritual wird die Kraft des Mantras erweckt. Sie kann ebenso wie der Shaktipat den spirituellen Fortschritt eines Aspiranten stark beschleunigen.

Die Mantraweihe unterscheidet sich jedoch wesentlich vom Shaktipat, da die Diksha nicht nur ein Guru ausführen kann, sondern es reicht aus, in der Tradition eines gottverwirklichten Gurus wie Swami Sivananda zu stehen. Die Mantra Diksha führt anders als der Shaktipat nicht direkt zur Gottverwirklichung, doch sie aktiviert die Mantra Shakti. Der Eingeweihte verspricht sich selbst, mindestens 20 Minuten am Tag auf sein Mantra zu meditieren, um das spirituelles Feuer zu aktivieren. Bei Yoga Vidya dürfen all diejenigen Menschen eine Mantraweihe geben, die eine gründliche Ausbildung zum Meditationslehrer haben und die sich selbst dabei keinesfalls als einzelner Guru sehen, sondern sich nur als Instrument des Göttlichen fühlen. (csg)

 

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