135 Wenn du dich entschieden hast, verwirf die Alternativen – 10. Gelassenheitstipp für den Alltag

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Amerikanisches Sprichwort: Once you decided – kill the alternatives. Manche Menschen brauchen lange um sich zu entscheiden – und nach der Entscheidung grübeln sie wieder. Auch manche Menschen, die sich schnell entscheiden, verwerfen genauso schnell ihre Entscheidung wieder. Das schafft Unruhe des Geistes. Wäge ab, dann komme zu einer Entscheidung. Wenn du dich dann entschieden hast, bleibe bei der Entscheidung. Bringe all deine Energie in die Alternative, für die du dich entschieden hast. Nur wenn sich Grundlegendes ändert, dann revidiere die Entscheidung. Normalerweise aber bleibe dabei. Indem du alle Energie in eine Richtung gibst, kannst du erfolgreich sein. Beispiele: (1) Entscheidung, mit dem Rauchen aufzuhören: Wäge gut ab, wann ein guter Moment ist. Mache dir bewusst, warum du mit dem Rauchen aufhören willst. Überlege dir die Strategien, was du machst, wenn du Entzugserscheinungen bekommst. Wenn der Zigarettenwunsch kommt, argumentiere nicht mehr logisch. Sage dir einfach: Ich habe mich entschieden – und lenke dich ab. (2) Angenommen du bist Teamleiter und hast eine Stelle frei. Es gibt viele gute Bewerber. Führe gute Job-Interviews. Sprich mit anderen bzw. ziehe andere in die Entscheidung mit ein. Du entscheidest dich für einen. Danach sage den anderen ab – halte sie nicht weiter hin. Und gib all deine Energie in den Menschen für den du dich entschieden hast (3) Angenommen du hast dich entschieden, täglich zu meditieren. Werde dir bewusst, wann du meditieren willst, wie lange und mit welcher Technik. Dann bleibe dabei. Wenn du am nächsten Morgen aufwachst, argumentiere nicht mit dem Geist – tue das, wofür du dich entschlossen hast. Manchmal ist es auch gut, Entscheidungen für eine bestimmte Zeitdauer zu treffen. So kannst du sagen: Ich bleibe bis zum … dabei. Danach werde ich meine Entscheidung überdenken. Vom Grundsatz her: Wenn du dich für etwas entschieden hast, verwirf alle Alternativen. Once you decided – kill the alternatives .

10. Minimax Gelassenheits-Tipp für den Alltag. 135. Folge des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

Play

***

Wenn du dich entschieden hast, verwirf die Alternativen. Oder auf gut Englisch: Once you decided, kill the alternatives. Manche Menschen brauchen lange, um sich zu entscheiden und nach der Entscheidung grübeln sie wieder. Manche Menschen entscheiden sich schnell, verwerfen aber genauso schnell ihre Entscheidung wieder. Das schafft Unruhe des Geistes. Wäge ab, dann komme zu einer Entscheidung. Wenn du dich dann entschieden hast, bleibe bei der Entscheidung. Bringe all deine Energie in die Alternative, für die du dich entschieden hast. Nur wenn sich Grundlegendes ändert, dann revidiere die Entscheidung. Normalerweise aber bleibe dabei. Indem du alle Energie in eine Richtung gibst, kannst du erfolgreich sein. Krishna drückt es auch so aus: „Nachdem du alles abgewogen hast, entscheide dich für etwas. Dann bringe alles Gott dar, dann machst du keine Fehler.

Ein paar Beispiele: Angenommen, du hast dich entschieden, mit dem Rauchen aufzuhören. Wäge nochmals gut ab, wann ein guter Moment ist. Mache dir bewusst, warum du mit dem Rauchen aufhören willst. Überlege dir die Strategien, was du machst, wenn du Entzugserscheinungen bekommst. Wenn der Zigarettenwunsch kommt, argumentiere nicht mehr logisch, sage dir einfach, „ich habe mich entschieden“ und lenke dich ab. Es kann nämlich so passieren: Du hast dich entschieden, nicht zu rauchen, am nächsten Tag kommt der Wunsch und dann sagt dein innerer Geist: „Ja, vielleicht wäre es doch besser, noch eine Woche zu warten.“ Oder: „Im Urlaub wäre es doch viel besser aufzuhören, als während der Arbeit.“ Oder: „In zwei Jahren gehe ich doch in Rente und dann kann ich es ja immer noch machen, dann geht das Ganze stressfreier.“ Oder: „In einem Jahr geht mein Sohn in die Uni und der raucht ja auch. Und wenn der aus dem Haus geht, ist es doch viel leichter.“ Usw. Wenn dir solche Gedanken kommen, dann sage nur kurz deinem Geist: „Danke, lieber Geist, dass du mir all das sagst.“ Oder: „Danke, lieber Minister für Entscheidungsfindung oder danke, lieber Minister für Freundlichkeit oder Beständigkeit, danke, dass du mir das sagst, aber du weißt, ich habe mich entschieden und ich bleibe dabei.“ Du solltest nicht gegenargumentieren und sagen: „Ja, das mag ja sein, in einem Jahr wäre es vielleicht besser, aber jetzt will ich es eigentlich aus dem und dem Grund so machen.“ Dann beginnst du wieder den inneren Entscheidungsprozess und den inneren Kampf. Wenn du dich einmal entschieden hast, sage dir, „ich habe mich entschieden“. Und sage den anderen Anteilen in dir, die sich melden: „Danke dir, dass du mich auf Alternativen aufmerksam machst, aber ich habe mich entschieden. Danach lenke dich ab oder tue genau das, wofür du dich entschieden hast, was du machen willst, wenn dieser Wunsch kommt. Und wenn du dich bis dahin noch nicht entschieden hast, was du machst oder dir keine Strategie überlegt hast, dann überlege dir jetzt die Strategie. Du kannst also sagen, „ich habe mich entschieden“.

Und dann kommt die nächste Entscheidung: „Und was mache ich künftig, wenn wieder dieser Gedanke kommt?“ Vielleicht wiederholst du ein Mantra. Vielleicht atmest du drei- oder viermal tief ein und aus. Vielleicht trinkst du ein Glas Wasser. Vielleicht übst du die Murcha-Atmung, doppelt so lange ausatmen wie einatmen. Vielleicht konzentrierst du dich auf die Kehle, denn es gibt diese Yogatechnik, Konzentrieren auf die Kehle überwindet Gier und Getriebenheit. Du kannst dir auch sagen: „Ja, ich werde dann einige Mittel ausprobieren.“ Aber eben nicht, wenn du dich entschieden hast, nochmal nachdenken, überlegen, ob die Entscheidung richtig war. Wenn du dich entschieden hast, dann bleibe dabei. Das ist eine wichtige Sache, um Ruhe des Geistes zu bekommen. Wenn du dich entschieden hast, bleibe dabei.

Nächstes Beispiel: Angenommen, du bist Teamleiter und hast eine Stelle frei. Es gibt viele gute Bewerbungen. Dann führe gute Jobinterviews. Sprich vielleicht mit anderen, die diese Bewerber kennen oder beziehe andere in die Entscheidung mit ein. Diskutiere dann mit ihnen, wäge gut ab. Dann schlafe auch noch eine Nacht darüber, entscheide dich nicht vorzeitig. Dann entscheide dich für einen. Danach sage den anderen ab, halte sie nicht weiter hin. Und gib all deine Energie in den Menschen, für den du dich entschieden hast. Und sowie dein Geist dir sagt: „Ah, der andere wäre vielleicht doch besser. Sollte ich ihn nicht doch nochmal anrufen?“ Dann sage innerlich, „ich habe mich entschieden und ich werde bei diesem Menschen bleiben“. Vielleicht kannst du noch sagen: „Danke, dass du weitere Gesichtspunkte nennen willst, aber danke, nein danke, ich bleibe bei der Entscheidung.“

Angenommen, du hast dich entschieden, täglich zu meditieren. Werde dir bewusst, wann du meditieren willst, wie lange und mit welcher Technik. Dann bleibe dabei. Wenn du dann am nächsten Morgen aufwachst, dann argumentiere nicht mit dem Geist, der vielleicht sagt: „Ja, ich könnte auch nur eine halb Stunde meditieren oder vielleicht wäre es besser, am Samstag anzufangen. Oder es heißt ja in irgendeiner Schrift, dass es besser wäre, im Herbst mit Meditation anzufangen als im Sommer.“ Argumentiere nicht mit deinem Geist, sage nur: „Lieber Bequemlichkeitsminister, danke, dass du mich darauf aufmerksam machst, aber du weißt, ich habe mich entschieden. Danke, nein danke, jetzt meditiere ich.“ Wenn du das regelmäßig machst, bekommst du viel Ruhe des Geistes. Du bekommst viel Klarheit. Und andere werden dich auch dafür schätzen, dass du verlässlich bist. Manchmal ist es auch gut, Entscheidungen für eine bestimmte Zeitdauer zu treffen. So kannst du sagen: „Ich bleibe bis zu dem und dem Zeitpunkt dabei. Danach werde ich meine Entscheidung überdenken.“ Wenn du dann deine Entscheidung überdenkst, dann überdenke sie von neuem. Dann sage nicht einfach: „Ja, ich habe in der Vergangenheit so viel Energie reingesteckt, jetzt muss ich auch dabei bleiben.“ Wenn du tatsächlich planmäßig deine Entscheidung überdenkst oder wenn neue Gesichtspunkte, gravierende Gesichtspunkte, kommen, welche eine neue Entscheidung notwendig machen, gut, dann entscheide dich von neuem. Und dann entscheide dich wiederum und verwirf wieder die Alternativen. Vom Grundsatz her also, wenn du dich entschieden hast, verwirf alle Alternativen. Once you decided, kill the alternatives. Überlege selbst in den nächsten Tagen, ob es einige Entscheidungen gibt, die du schon getroffen hast und die du immer wieder in Zweifel ziehst. Dann nutze diese Technik, verwirf die Alternativen. Und überlege auch, wie gehst du mit deinem Geist um, wenn er dir wieder Alternativen anbietet? Freundlicherweise bietet dir der Geist die Alternativen an, du musst sie aber nicht annehmen. Und überlege, wenn du vor einer Entscheidung stehst, wie du die Entscheidung treffen kannst und entscheide dich gut, entscheide dich mit ausreichend Überlegungen und dann bleibe bei der Entscheidung.

1 Kommentar zu “135 Wenn du dich entschieden hast, verwirf die Alternativen – 10. Gelassenheitstipp für den Alltag

  1. Danke, Sukadev, das kommt gerade richtig. Wunderbar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.