Angst vor Nähe? 5 Tipps wie du deine Bindungsangst überwindest

Die meisten Menschen sehnen sich nach einem Liebespartner, der sie versteht, unterstützt und bedingungslos liebt. Und doch fällt es manchen sehr schwer, sich zu öffnen und eine Beziehung mit anderen einzugehen. Sie fühlen sich in Beziehungen eingeengt. Diese Menschen leiden unter Bindungsangst. Was hält sie von der Liebe ab?

Bindungsangst ist die Angst vor Nähe und tiefer Bindung in Beziehungen. Menschen mit Bindungsangst fällt es sehr schwer, ihre Gefühle zuzulassen. Dabei sehnen sie sich eigentlich nach Nähe. Doch sie erleben Nähe mitunter als Gefahr und Bedrohung. Anstatt nach anfänglicher Verliebtheit eine tiefe Verbundenheit und innige Beziehung anzustreben, ergreifen sie meistens die Flucht und gehen auf Distanz.

Bindungsangst in Beziehungen

Bindungsangst kann auch in bestehenden festen Beziehungen herrschen und geht mit vielen Problemen einher. Das Unwohlsein der Person steigt und damit auch die Konflikte in der Beziehung. Sie suchen häufig gezielt nach Streit, wenn ihnen die emotionale und körperliche Nähe zu viel wird. Sie benötigen mehr Freiraum. Der Partner wird auf Abstand gehalten und immer wieder infrage gestellt.

Viele Betroffene sind sich ihrer Bindungsangst und deren Ursache gar nicht bewusst.

Sie schieben ihre negativen Gefühle meist auf den Partner. Sie haben Probleme, dem anderen zu vertrauen und sie selbst zu sein. Oft trennen sie sich meist plötzlich und ohne Vorwarnung. Meist vermeiden sie es, über ihre Gefühle zu reden und haben extreme Gefühlsschwankungen.

Woher kommt Bindungsangst?

Die Ursachen einer Bindungsangst liegen in der Vergangenheit. Negative Erfahrungen wie Enttäuschungen, Verletzungen und Traumata, die nicht richtig aufgearbeitet wurden, werden zu Bindungsangst. Die Angst davor, eine solche belastende Situation erneut zu erleben, ist dann sehr viel größer als die Sehnsucht nach Nähe und Liebe. Bindungsängste betreffen sowohl Frauen als auch Männer.

Die Kindheit ist prägend

In vielen Fällen entsteht eine Bindungsangst in der frühen Kindheit – in den ersten beiden Lebensjahren. Die Ursache ist meist eine gestörte Beziehung zur Mutter, zum Vater oder zu beiden Elternteilen.

Die Beziehungsangst wurzelt oft in:

  • einem unerfüllten Wunsch nach Nähe und Geborgenheit
  • einer Zurückweisung oder Vernachlässigung durch die Eltern
  • in Konflikten zwischen den Eltern
  • in einer überbehüteten Kindheit

Zweifel an der eigenen Persönlichkeit

Oftmals haben Eltern ihre Liebe an Erwartungen geknüpft und ihren Kindern das Gefühl gegeben, sie seien nur dann liebenswert, wenn sie eine gewisse Leistung erbringen. Sie bekamen das Gefühl vermittelt, dass sie als Person an sich nicht geliebt werden können.

Wer sich selbst nicht als liebenswert erachtet, kann sich nicht vorstellen, dass das jemand anderes es tut. Das führt zu ständigen Zweifeln an der Liebe des Partners.

Diese Menschen glauben, dass sie nicht ihretwegen geliebt werden können, sondern leiden unter der Angst, die Erwartungen ihres Partners nicht erfüllen zu können oder auf lange Sicht aufgrund dieser empfundenen Unzulänglichkeit sowieso wieder verlassen zu werden.

Wie sind die Symptome von Bindungsangst?

Vielen Menschen ist ihre Bindungsangst gar nicht bewusst. Im Gegenteil, sehr häufig sehnen sie sich nach einer festen Beziehung und sprechen auch sehr viel und oft mit Freunden darüber. Dafür, dass es mit der glücklichen Partnerschaft nicht klappt, finden sie viele Erklärungen. Zum Beispiel geben sie an, dass sie sich immer in die falschen Männer oder Frauen verlieben.

Andere meiden feste Beziehungen, indem sie sich selbst und ihren Mitmenschen vormachen, gar keine Partnerschaft anzustreben, sondern lieber ihre Freiheit genießen zu wollen. Sie stürzen sich in eine lockere Affäre, eine Fernbeziehung oder eine offene Beziehung. Durch das Gefühl der Distanz hält sich ihre die Angst in Grenzen.

Viele Bindungsphobiker leiden auch unter körperlichen Symptomen. Dabei können die Reaktionen des Körpers sehr stark ausfallen:

  • Herzrasen
  • Schweißausbrüche
  • Gefühle von Beklemmung
  • Atemnot bis hin zu Panikattacken.

5 Tipps wie du deine Bindungsangst überwindest

Der Generator im Human Design

Keine Angst ist unüberwindbar. Sich seinen Ängsten zu stellen und sich weiterzuentwickeln gehört zu den wichtigsten Aufgaben im Leben. Du wirst mit der Zeit immer mutiger, selbstbewusster und kannst immer mehr ins Vertrauen, in die Liebe und in deine Kraft kommen. Es lohnt sich also!

1. Reflektiere

Du solltest dir überlegen, was deine Ängste in Beziehungen sind. Der erste Schritt zur Besserung ist die Erkenntnis und die Annahme. Damit du deine Bindungsangst überwinden kannst, musst du dir also etwas Zeit nehmen und dich mit deinen Ängsten auseinandersetzen.

2. Stelle dich deinen Ängsten

Dabei helfen dir Meditation und Achtsamkeitsübungen. Versuche, deine Ängste objektiv zu betrachten. Mache dir bewusst, dass du ein selbstständiger und erwachsener Mensch bist, der für sich selbst Verantwortung trägt und unabhängig von der elterlichen Beziehung lebt.

Gehe Konflikten nicht aus dem Weg, sondern versuche, eine Lösung zu finden.

Versuche nicht, alles ins Extreme zu ziehen. Es ist in Beziehungen durchaus möglich und sinnvoll, Kompromisse einzugehen. Du musst ja nicht alle Erwartungen deines Partners erfüllen. Wichtig ist nur, dass du mit ihm offen über alles sprichst, denn das nimmt enorm den Druck raus.

Deine Ängste könnten auf ein geringes Selbstwertgefühl zurückgeführt werden, versuche es also zu stärken. So werden sich auch deine Ängste vermindern. Yogapraxis und Meditationen helfen dir hierbei.

3. Beziehe auf jeden Fall deinen Partner ein

Wenn du in einer Beziehung bist, sprich mit deinem Partner offen über deine Ängste. Nur dann wird er dein Verhalten verstehen können. Macht euch bewusst, was ihr von dem anderen erwartet und geht dafür auch Kompromisse ein. Außerdem verlieren Ängste einen Großteil ihrer Macht über dich, sobald du sie ausgesprochen hast.

Wichtig ist, dass du dich nicht wieder in dein Schneckenhaus zurückziehst und dicht machst. Dann wird dein Partner dir nicht helfen können. Wenn du dich ihm öffnest, werdet ihr beide davon profitieren.

4. Mache eine Therapie

Natürlich kannst du auch selbst versuchen an deinem Problem zu arbeiten, jedoch kann ein Therapeut dich noch gezielter unterstützen. Er kann dir auch eine genauere Diagnose erstellen, woran deine Bindungsangst liegt und ob dein Problem überhaupt richtige Bindungsangst ist.

5. Dein Partner kann helfen

Für Beziehungsängstliche, die in der Partnerschaft Angst davor haben, Fehler zu machen, ist die Erfahrung wichtig und heilsam, dass sie Fehler machen dürfen. Das Gefühl, genau so geliebt zu werden wie man ist, ist eine Grundvoraussetzung für eine schöne Beziehung.

Ein umsichtiger, verständnisvoller und geduldiger Partner kann viel dazu beitragen, die Bindungsangst zu reduzieren. Doch er kann dir nur Verständnis entgegenbringen, wenn du mit ihm darüber sprichst. Leidet dein Partner unter Verlustangst, kann eine Paartherapie helfen.

Denn dann hat dein Partner ständig Angst, dich zu verlieren und klammert, was dich umso mehr einengt. Nur wenn ihr über alles sprechen könnt, gegenseitiges Verständnis aufbringt und aufeinander achtet, könnt ihr euch eine Stütze sein und eure Beziehung stärken.

Liebe ist das Gesetz des Lebens. Lieben heißt das Gesetz erfüllen. Und das Gesetz erfüllen bedeutet ewigen Frieden und immerwährendes Glück. Diese Welt kam aus Liebe. Sie besteht in Liebe. Sie löst sich letztlich in Liebe auf. Liebe ist die Triebkraft des Universums.

Swami Sivananda – Göttliche Erkenntnis

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Die Autorin

Anu Neumeyer

Anu Tara Neumeyer ist Yogalehrerin sowie Sozial-, Natur und Erlebnispädagogin. Sie hat viele Erfahrungen über schamanische Heilungsarbeit gesammelt und praktiziert seit vielen Jahren Yoga. Mit viel Freude unterrichtet sie Yoga, gibt ayurvedische Anwendungen und Fußreflexzonenmassagen. Die Erfahrungen einer tiefen Verbindung zum eigenen Krafttier möchte sie gerne weitergeben.