Navaratri-Asanas – (1) Wie verwandelt

Kalyasana

In den Navaratri-Asanas des Wandels wohnt die Energie der mächtigen Devis Kali, Durga, und Parvati. Aufrichtig geübt schenken sie dir Kraft, kleinere Veränderungen und manchmal schmerzhaften Wandel schonungslos anzunehmen, Trost zu schöpfen und innerlich frei zu werden.

Navaratri-Asanas: Ein spiritueller Zyklus

Die 10 Tage von Navaratri sind ein ganz eigener Zyklus aus spiritueller und persönlicher Entwicklung – ein Wandel in die Fülle, zur Weisheit. Viele Yoginis und Yogis nutzen das Fest der großen Göttin deswegen zu intensiver spiritueller Praxis. Auch mit Asanas kann man so richtig gut in den Navaratri Flow kommen, insbesondere wenn es sich um Navaratri-Asanas handelt.

Schnell mal eben im Yogawiki nachgeschlagen, findet sich dort eine Liste von Devi-Asanas, welche ich den einzelnen Zyklen von Navaratri zugeordnet habe. Die 1. Phase dauert von Tag 1-3 und steht dabei ganz im Zeichen von innerer Reinigung, Wandel und Veränderung.

Die große Devi manifestiert sich dabei insbesondere in den Gestalten der dunklen Kali, der großartigen Durga und der lieblichen Parvati. Ob mythologische Figur oder Gottheit – jede dieser Göttinnen ist auch eine Metapher für einen Aspekt des Lebens und einer spirituellen Aufgabe, die uns abverlangt wird.

Nutze also die Gelegenheit, beim Üben der Navaratri-Asanas nicht nur auf ein korrektes körperliches Alignment zu achten, sondern dich auch innerlich auf die Qualitäten der Göttinnen auszurichten und sie in dir zu spüren – vielleicht sogar eine Session Selbstreflexion mit Hatha Yoga dranzuhängen.

Kalyasana – Stark und mächtig

Kalyasana
Meditatives Kalyasana

Bei Kalyasana handelt es sich um eine Standübung, die sich wunderbar in den Sonnengruß einbauen lässt. Dabei sind die Beine breit aufgestellt und die Arme weit ausgestreckt – ein kraftvolles Embodiment dieser mächtigen und dunklen Göttin.

Inneres Alignment Schonungslos ehrlich

Es bedarf zunächst an Mut, um sich innerlich auf Kali auszurichten. Anders als eher lichte Aspekte der Mutter steht sie nicht nur für die Schöpfung, sondern auch für den mächtigen, alles verschlingenden Strudel der Zeit.

Älter werden, Trennungen, Zerfall durch psychische und körperliche Erkrankungen – im Verlauf des Lebens sind wir einem ständigen Wandel unterzogen. Und so bedeutet Kali auch, sich diesen dunkeln Kapiteln unseres Lebens zuzuwenden, sie radikal anzunehmen und zu integrieren.

Bewegungslos und meditativ üben

  • Öffne deine Füße großzügig zur Seite, sodass die Oberschenkel ungefähr parallel zum Boden verlaufen.
  • Richte deine Zehen nach außen.
  • Dann hebe die Arme seitlich an wie ein Kaktus, die Handflächen nach vorne geöffnet.
  • Atme so fest im Ujjayi-Atem.

Dynamisch und kraftvoll üben

  • Atme in Kalyasana tief ein und strecke dann die Beine durch und die Arme nach oben.
  • Sammle deine ganze Kraft.
  • Dann atme einmal kräftig durch den Mund aus, indem du die Zunge ausstreckst und laut “HA” rufst und begebe dich wieder in die Kalyasana Pose.
  • Übe das einige Male hintereinander.
Kalyasana mit ausgestreckter Zunge
Kalyasana mit ausgestreckter Zunge

Durgasana – Felsenfest und nährend

Zwar stehen nach hinduistischer Mythologie Kali und Durga für ähnliche Aspekte der Devi – vollkommen gleich sind sie dennoch nicht. Im Hatha Yoga wurde das bisher nicht berücksichtigt. Dort meint man mit “Durgasana” und “Kalyasana” mehr oder minder dieselbe Asana. In dieser Variation stehen wir auch breit und standhaft, falten aber die Hände in Anjali Mudra – standhaft, aber herzlich.

Alignment auf Durga – Fels in der Brandung

Durga wird auch die “Unbezwingbare” genannt. Ähnlich wie Kali ist sie stark und kämpferisch, verbindet diese Strenge aber mit einer unendlich großen und liebevollen Mütterlichkeit. Mithilfe von Durga erfahren wir nicht nur Unterstützung bei den großen Herausforderungen des Lebens, sondern auch Trost und eine liebevolle Umarmung.

Durgasana
Durgasana mit gefalteten Händen

Durgasana üben

  • Öffne deine Füße großzügig zur Seite, sodass die Oberschenkel parallel zum Boden verlaufen.
  • Richte deine Zehen nach Außen.
  • Führe dann mit der Einatmung deine Arme nach oben mit den Handflächen zueinander.
  • Mit der Ausatmung senke die Hände vor die Brust ins Anjali-Mudra.

Parvatyasana – Anmutig und lichtvoll

Paryatyasana
Auf einem Fuß in Parvatyasana balancieren

Parvatyasana erfordert einiges an innerer Ruhe, Nachsicht und Geduld, damit du auf deinem Zehenballen das nötige Gleichgewicht findest, um dich in der Balance zu halten. So anmutig aufgerichtet erinnert die Asana an die unaufgeregte und liebevolle Güte Parvatis.

Alignment auf Parvati – Liebevolle Fürsorge

Anders als Kali und Durga strahlt Parvati unbedingte Sanftheit und Freundlichkeit aus. Alles kämpferische widerstrebt ihrer Natur. Sie steht für die Einsicht, dass jeder Wandel sich irgendwann lichtvoll entfalten kann, wir ihn akzeptieren und uns schließlich genährt in neuen Situationen wiederfinden können.

Parvatyasana üben

  • Recke deine rechte Ferse in die Höhe, bis der Fuß senkrecht steht und halte sie oben.
  • Sammele deinen Fokus und stütze dich mit deinen Armen ab, Finger sind aufgestellt auf der Matte und halten dich in Balance.
  • Dann gibt das linke Bein nach oben und lege es auf dem Oberschenkel des rechten Beines ab.
  • Beide Knie sind ungefähr auf einer Linie während du auf deinem Zehenballen balancierst und ruhig und tief in den Bauch atmest.
  • Nach einigen tiefen Atemzügen wiederholst du auf der anderen Seite.
  • Fortgeschrittene: Wer sich gut halten kann, gibt zusätzlich die Hände ins Anjali-Mudra.

Kleine Navaratri-Asana Übungsreihe

Natürlich kannst du die vorgestellten Asanas auch hintereinander üben. Dazu schlage ich ein geistiges Sequenzing vor, wobei die Reihenfolge am Ablauf einer Krise anlehnen kannst:

  • Kalyasana – Langsame Bewusstwerdung, Zulassen belastender Gefühle
  • Durgasana – Verarbeitung, Akzeptanz, Lösung
  • Parvatyasana – Innere Neuausrichtung, Freiheit

Die Kraft des Wandels

Niemand mag Veränderung – wenn wir mittendrin stecken. Oftmals blicken wir allerdings mit Wohlwollen auf unsere größten Krisen, denn sie machen uns weiser, empathischer, fürsorglicher mit uns selbst, bescheidener und nachdenklicher. Wenn du selber gerade kriselst, dann lade die weisen Göttinnen mit ihrer Botschaft zu dir ein und finde so Annahme, Güte und lichtvolle Fülle.

Navaratri-Asanas: Hatha Yoga mit Hindu-Bhakti


Navaratri im Ashram verbringen

In der Zeit von Navaratri wird die göttliche Mutter verehrt – neun Nächte und 10 Tage, in denen du deine spirituelle Praxis in den Yoga Vidya Ashrams ganz auf die Tugenden der Devis ausrichten kannst.

Im Yoga Vidya Ashram in Bad Meinberg hast du die Möglichkeit, in der einzigartigen Atmosphäre eines Yoga Ashrams zu dir selbst zu finden. Ein Ashram ist traditionell eine Zuflucht für die Yogapraxis, in der du deine Spiritualität entdecken, erleben und vertiefen kannst.

Ein Ashram ist außerdem auch ein Ort, an dem du Gleichgesinnte treffen kannst – andere Menschen, die sich auch tiefe Sinnfragen stellen und eine Sehnsucht nach etwas in sich spüren, das man nur schwer in Worte fassen kann. Und wie auch immer die Fragen in dir aussehen: Bei uns kannst du den nächsten Schritt auf deinem Weg gehen – auch wenn es der erste Schritt ist.

Gerade der Bad Meinberger Yoga Ashram bietet ein gigantisches Programm aus Yoga, Meditation, Mantra-Singen, Ritualen und Vorträgen – bei der Zusammenstellung deines Yoga Retreats greifen wir dir gerne unter die Arme! Ausspannen in der Ruhe des Teutoburger Waldes, mit frischem veganen Buffet, unter Gleichgesinnten.

Hatha Yoga – Spirituell mit dem Körper wachsen

Dieser körperorientierte Yogaweg ist die wahrscheinlich populärste Form des Yoga. Hatha Yogis sehen dabei den Körper als Tempel der Seele an und probieren, ihn als solchen zu pflegen und möglichst lang am Leben zu erhalten.

Um das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist zu fördern, werden klassische Praktiken, wie körperliche Übungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama), Meditation und Entspannung geübt. Aber auch das Wissen über die sattwige Ernährung gehört dazu.

Bei Yoga Vidya werden alle diese klassischen Säulen des Hatha Yoga berücksichtigt und gelehrt. In unseren Seminarhäusern und Ashrams erlebst du so den Yoga möglichst traditionell und authentisch. Bist du bereit?

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