75 Lerne dein Temperament anzunehmen

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Gelassenheit ist für jeden anders. Jeder muss sein Leben anders leben. Dynamische, einfühlsame, Gelassenheit – darum geht es in dieser Podcastreihe. Hier spricht Sukadev darüber: Wie kannst du dein Temperament annehmen? wie kannst du mit deinem Temperament gelassen leben? Was kann mit deiner Persönlichkeit Gelassenheit heißen? Denn Temperament und Persönlichkeit ist nur mit viel Aufwand und sehr langsam änderbar. Vielleicht hast du zyklothymes Temperament (“himmelhochjauchzend-zu Tode betrübt”), vielleicht hast du melancholisches oder cholerisches Temperament. Vielleicht bist du stark Vata (unruhig-flexibel) oder Pitta (feurig). Nimm dein Temperament an – und überlege, wie du es geschickt leben kannst – aus einem Geist der Akzeptanz für dich und andere. Heilige sind sehr unterschiedlich – so wirst auch du als Heiliger im Werden deinen Weg finden können, wie du mit deinem Temperament gelassen leben wirst.

75. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz. Mitschnitt aus einem SeminarGelassenheit entwickeln” bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

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Heute: Lerne, dein Temperament anzunehmen und lerne, mit deinem Temperament gelassen zu leben. In diesen Texten geht es ja um dynamische, einfühlsame, liebevolle Gelassenheit, engagierte Gelassenheit, nicht stoische Gelassenheit und auch nicht um kaltherzige Gelassenheit. Hier werde ich über folgendes sprechen: Wie kannst du dein Temperament annehmen? Welches Temperament hast du überhaupt? Wie kannst du mit deinem Temperament gelassen leben? Was kann mit deiner Persönlichkeit Gelassenheit heißen? Denn Temperament und Persönlichkeit ist nur mit viel Aufwand und sehr langsam änderbar. Normalerweise rentiert sich dieser Aufwand nicht. Es geht vielmehr darum, dein Temperament so zu leben, dass es für dich und für die anderen Menschen gut ist. Vielleicht hast du ein zyklothymes Temperament, himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Dann wirst du lernen, mit Hochenergie- und Niedrigenergiephasen umzugehen. Vielleicht hast du ein melancholisches Temperament. Dann kannst du lernen, die Stärken dieses Temperamentes zu nutzen. Vielleicht hast du ein cholerisches Temperament, dann überlege, wie du es geschickt leben kannst. Vielleicht bist du stark Vata-Mensch, also unruhig, flexibel, dann schaue, wie du das gut nutzen kannst. Vielleicht bist du Pitta-Temperament. Was auch immer, nimm dein Temperament an und überlege, wie du es geschickt leben kannst, aus einem Geist der Akzeptanz für dich und andere. Heilige sind sehr unterschiedlich, so wirst auch du als Heiliger im Werden deinen Weg finden können, wie du mit deinem Temperament gelassen leben wirst.

Ich wollte euch noch ein paar Dinge sagen über Gelassenheit gegenüber dem Schicksal. Wir haben so vom Konzept her uns bisher mehr damit beschäftigt, Gelassenheit gegenüber sich selbst und seinen eigenen Reaktionen zu entwickeln, eben ging es um Gelassenheit gegenüber anderen Menschen und jetzt geht es um Gelassenheit gegenüber dem Schicksal, den Aufgaben. Ich will vorher noch ein paar kleine praktische Tipps geben, die vielleicht hilfreich sein können und noch etwas sprechen über Temperament.

Gelassen auch damit umzugehen, dass es ab und zu mal auch nicht geht, bedeutet, ihr müsst euch als Raja etablieren, versuchen die Situation oder euch aus der Distanz zu betrachten und auch einfach mal lächeln über euch selbst. Manchmal helfen alle Strategien nicht und dann ist es wichtig, auch das gelassen zu akzeptieren: „Momentan stecke ich halt drin und es klappt halt gerade nicht.“ Man kann auch einfach mal beobachten. Du kannst auch sagen, so angenommen, du wärst eine Erzieherin und hast zwanzig Kinder, die du beaufsichtigst. Du kannst probieren, dich auch als Raja zu etablieren und den Kindern allen etwas sagen und manchmal wirst du feststellen, es ist besser, du wartest einfach ab. Also dort würdest du auch einfach mal gucken, jetzt ist halt der Geist so und vielleicht steckst du sogar drin, aber zwischendurch kannst du mal rausgehen, einfach beobachten. Das ist wie eine Vorstufe, einfach beobachten: „Was läuft denn dort ab?“ Und dann kannst du es beobachten und dann geht es meistens, wenn es dir gelingt, die Beobachterrolle einzunehmen, dann ist es nicht mehr ganz so schwierig, dann auch noch den Raja zu spielen. Dann kannst du mit dem kommunizieren, der gerade dort wild gewesen ist. Und ansonsten, im Lauf der Zeit, wenn du das ein paar Mal geübt hast, wirst du auch gelassen, denn du weißt, dieser hochkochende Teil, der wird dann irgendwann weniger werden. Und man kann auch ein gewisses Vertrauen haben. Ich habe manchmal etwas übertrieben, wenn man seine Fassung verliert, dann verliert man den Job usw., so ist es ja meistens nicht. Andere Menschen wissen ja auch, dass man auch mal durch Emotionen durchgeht und wie ich gesagt habe, Schwächen machen einen liebenswert und Emotion