Anleitung für Japa

Japa ist die beständige Wiederholung eines Mantras oder eines göttlichen Namens. Um die volle Wirkung zu entfalten, sollte das Mantra jeden Tag mindestens 20-40 Minuten in der Meditation wiederholt werden – dazu sitzt man entspannt und bewegungslos in einer Stellung mit gekreuzten Beinen und geradem Rücken. Das Mantra kann geistig oder laut wiederholt werden, wobei die geistige Wiederholung wirkungsvoller ist, doch auch lautes Wiederholen kann gerade am Anfang für die korrekte Aussprache hilfreich sein.

Wenn der Geist schläfrig wird, kann die laute Wiederholung dem entgegenwirken. Für die Konzentration kann das Meditieren mit einer JapaMala hilfreich sein, die dem Rosenkranz ähnlich ist und aus 108 Perlen besteht. Eine große Perle (Meru) symbolisiert das Absolute (Brahman). Über diese große Perle geht man nicht hinweg, sondern dreht bei ihr um. Man bewegt die Mala mit Mittel- und Zeigefinger und geht schrittweise eine Perle pro Mantrawiederholung in eine Richtung vor.

Zusätzlich zur Meditation kann man das Mantra auch den ganzen über Tag wiederholen, so wie es die eigene Bereitschaft zulässt. Auf diese Weise können wir jede Minute für unseren spirituellen Fortschritt nutzen und gleichzeitig unseren Geist, unser Gemüt, dauerhaft ruhiger machen. Es gibt auch die Möglichkeit, ein Mantra schriftlich zu wiederholen (Likhita Japa).

Japa ist spirituelle Nahrung für die hungrige Seele. Japa ist der Stock in der Hand des blinden Sadhaka, um sich auf der Straße zur Verwirklichung weiterzuschleppen. Japa ist der Stein des Weisen, das göttliche Elixier, das Gottgleichheit schenkt. In diesem eisernen Zeitalter ist Namasmarana Japa der einfachste, rascheste und sicherste Weg, um zu Gott zu kommen und Unsterblichkeit und ewige Freude zu erlangen.

Praktische Hilfen für Japa

Die besten Zeiten für Japa sind der frühe Morgen und die Abenddämmerung, wenn Sattwa vorherrscht. Setze dich dazu mit dem Gesicht gen Norden oder Osten. Das übt subtilen Einfluss aus und verstärkt den Effekt des Japa. Besonders dem spirituellen Anfänger sei diese Anweisung ans Herz gelegt.

Mantras SanskritSetze dich auf eine Decke oder ein Kissen, um die Körperenergie gut zu wahren. Bleibe möglichst ruhig und bewegungslos in deiner Haltung. Das hilft, den geistigen Zustand zu stabilisieren und fördert die Konzentration. Sprich vor Beginn des Japa einige Gebete.

Nun beginnt man mit dem Japa, wobei jede Silbe des Mantras richtig und deutlich ausgesprochen werden sollte. Das Mantra darf weder zu rasch noch zu langsam wiederholt werden. Man erhöht die Geschwindigkeit nur dann, wenn der Geist zu wandern beginnt. Japa soll nicht in Eile durchgeführt werden, so wie ein Arbeiter seine Arbeit eilig beenden will. Nicht die Anzahl des Japa sondern Reinheit, Konzentration, Gefühl, Bhava und Einpünktigkeit des Geistes helfen, das Gottesbewusstsein zu erlangen.

Japa möchte mit Gefühl gemacht werden – mit einem Fluss von Liebe und Respekt im Herzen – wenn man sich des Namens Gottes erinnert und sich vorstellt, wie gegenwärtig und allumfassend das göttliche Sein ist, mit dem man verbunden ist.

Die Verwendung der Mala unterstützt die Aufmerksamkeit und ist förderlich für die Aufrechterhaltung des stetigen Wiederholens, für fortgeschrittene Aspiranten ist sie nicht unbedingt erforderlich. Abwechslung kann hilfreich sein, um das Interesse am Japa aufrecht zu erhalten, Ermüdung zu vermeiden und der Monotonie entgegen zu wirken. So kann man ein Mantra eine Zeit lang laut wiederholen, dann flüstern und manchmal das Mantra geistig wiederholen.

Man bittet Gott nicht um weltliche Dinge, wenn man Japa macht. Doch kann man das Gefühl entwickeln, dass das Herz gereinigt und der Geist, mit Gottes Gnade, durch die Kraft des Mantras gefestigt wird.

Halte das Guru Mantra geheim und sprich nicht beiläufig mit Menschen darüber, die keinen Bezug zur Spiritualität haben. Nach dem Japa verlässt man nicht sofort den Ort, begibt sich nicht unmittelbar in die Gesellschaft anderer Menschen und stürzt sich nicht in weltliche Aktivitäten. Du solltest nach dem Japa wenigstens zehn Minuten lang still sitzen bleiben, ein Gebet flüstern, an Gott denken oder über Seine grenzenlose Liebe nachsinnen. Schließlich verlässt man den Ort, nachdem man sich demütig verbeugt hat, und beginnt mit seinen täglichen Aktivitäten. Die spirituellen Schwingungen bleiben auf diese Weise intakt.

Weitere Informationen zum Japa: 

 

 

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