Shankaracharya Jayanti – Geburtstag eines großen Meisters

Am 6. Mai 2022 ist Shankaracharya Jayanti, der Geburtstag von Shankara, einer der ganz großen Yoga Meister. Bis heute prägt er mit seinen Schriften und Kommentaren maßgeblich die Vedanta Philosophie. Den Geburtstag Shankaras verbringt man also am besten mit dem Schriftenstudium, Vedanta Podcasts, oder einem Besuch im Ashram!

Wen feiern wir an Shankaracharya Jayanti?

Obwohl es sich um einen Geburtstag handelt wird Shankaracharya Jayanti zu einem wandernden Datum gefeiert. Grund dafür dürfte der bis heute unbekannte Geburtsdatum Shankaras sein. Orientierung für die Geburtstagsfeier des großen Philosophen ist jedenfalls der 5. Tag nach Neumond im indischen Monat Vaishakha (dieser liegt zwischen April und Mai).

Wie bei allen großen Persönlichkeit verschwimmt bei der Erzählung von Shankaras Lebensgeschichte die Grenze zwischen Realität und Mythos. Viele seiner Legenden sind unklar und nicht belegt. Was bis heute bleibt sind jedoch seine umfassenden Schriften und Kommentare zum Advaita Vedanta, eine Handschrift die bis heute maßgeblich Hinduistische Traditionen und die indische Philosophie durchdringen.

Die Legende vom jugendlichen Genie

Shiva fragte sie: „Wollt ihr einen einzigen Sohn haben, der sehr jung stirbt, oder wollt ihr viele Kinder haben, die sehr alt werden?“ Die Eltern wollten schon antworten, aber Shiva war noch nicht fertig: „Aber der, der jung sterben wird, der wird der großartigste Meister aller Zeiten werden. Die vielen Kinder, die ihr haben könntet und die gesund und alt werden, aber sie werden Mittelmaß sein. Was wollt ihr?“

Der Legende nach entschieden sich die bisher kinderlosen Eltern Shankaras nach dem Ratschlag des Göttlichen Shiva für das leibhaftige Genie. So heißt es das er bereits in der Grundschule die wichtigsten Schriften in und auswendig kannte und als Jugendlicher bereits selbst Vedanta lehrte.

Entsagung und Mönchsweihe

Shankaras rasante Entwicklung nahm keine Ende. Eingenommen von der Weisheit der Philosophie des Vedanta, reifte in Shankara immer mehr der Wunsch, die Mönchsweihe zu nehmen, dem weltlichen ganz zu Entsagen und nur noch Vedanta zu leben. Die Mutter jedoch stellte sich quer, denn nachdem der Vater früh verstorben war, wollte sie ihren Sohn nicht ziehen lassen.

Ein kurioser Zwischenfall sollte Abhilfe schaffen. Eines Tages wurde Shankara beim Baden im Fluss von einem Krokodil angegriffen, die Mutter konnte nur hilflos zuschauen. Dem Tode nahe flehte Shankara sie an, endlich die Mönchsweihe ablegen zu dürfen. Noch im Schlund des Krokodiles legte er das Gelübte ab, sprachs und wurde gleich wieder freigegeben. Das Krokodil selber verschwand in dem Fluss, ein Gewässer von dem bekannt war, dass dort eigentlich keine Echsen lebten.

Als Mönch geweiht fand der Wissensdurst des Shankara kein Ende. Mit sechzehn Jahren beschäftigten ihn ganz existenzielle Fragen: „Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?“. Fragen, zu deren Antwort ihn nur ein Guru bringen konnte, also verließ Shankara sein Zuhause, um ein Leben als Asket und Wandermönch zu führen. Auf seinen Reisen begegnete er dann seinem Guru, Govindacharya.

Ein großer Meister des Vedanta

Unter Govindacharyas Fittichen erlangte Shankara endlich das Wissen und die Praktiken, nach denen er gesucht hatte. Es heißt, dass er nach Anleitung seines Lehrers bereits nach 4 Jahren die Selbsterkenntnis erlangte. Daraufhin schickte der Meister den jungen Shankara aus, um die Lehre des Advaita Vedanta weiter zu verbreiten und andere zu lehren.

Auf seinen Reisen als Wandermönch diskutierte Shankara mit vielen großen Gelehrten seiner Zeit. Mit Erkenntnis und kühner Logik überzeugte er in weitschweifenden verbalen Disputen und wurde dabei über alle Himmerlsrichtungen hinweg berühmt. Nicht ohne Grund fand er eine beachtliche Anzahl von Schülern und Anhängern, die sich in den von ihm gegründeten Klöstern niederließen.

Nicht nur in Wortgefechten, auch dem geschriebenen Worte verpflichtete sich das junge Genie. So verfasste er Kommentare zu einigen der bekanntesten Yoga Schriften, wie beispielsweise dem Brahma Sutra und den Upanishaden. Darüber hinaus schrieb er eigene Werke, wie das Atma Bodha (bis heute eines der Hauptwerke des Vedanta), das Tattva Bodha, Aparoksha Anubhuti und das Viveka Chudamani. Nicht umsonst nannte man ihn schon zu Lebzeiten Shankaracharya – Shankara den Lehrer.

Die Lehren Shankaras – Quintessenz des Vedanta

Shankacharya Jayanti feiern

In dem Yoga Sutra empfiehlt Patanjali allen Yogis für sich Swadhyaya zu kultivieren, also die Tugend des Selbststudium. Vedanta vermittelt dazu nicht nur das Wissen zur Erkenntnis, sondern gibt anders als so manche Philosophie, auch konkrete Übungen mit an die Hand, um dieses Wissen zu überprüfen.

Nimm also den Geburstag Shankaras als willkommenen Anlass, um dich mit den Lehren des Vedanta auseinanderzusetzen, insbesondere denen von Shankara. Falls du noch Inspirationen oder Quellen brauchst, die geben wir dir hiermit gerne an die Hand!

1. Jnana Yoga – Shankaras Schriften studieren

Im Yoga des Wissens der klassische Dreischritt zur Aneignung von Wissen und Erfahrung, also hören, nachdenken und meditieren. Die Erkenntnis schließlich, folge daraufhin von alleine.

Hören. Wissen wurde in Indien traditionell mündlich weitergegeben – Schüler hörten dabei für gewöhnlich Gelehrten zu. Heute hingegen haben wir eine gigantische Vielfalt an Wissensquellen. Dazu eine Auswahl der Werke Shankaras für dein Selbststudium:

Viveka Chudamani

Atma Bodha

Nachdenken: Nimm dir genügend Zeit über das Gehörte, Gelesene und Erfahrende nachzudenken. Dazu gehört auch für sich offene Fragen zu stellen und Widersprüchen nachzugehen. Vielleicht hast du Lust einem Vedanta Studierkreis beizutreten und dort mit anderen zu diskutieren? Oder du nimmst an einem Vedanta Seminar Teil und fragst dort Gelehrte und Experten vor Ort.

Meditieren: Erst die Meditation macht weite Teile der Lehre des Vedanta erfahrbar. “Wer bin ich? Was bin ich? Und was bin ich nicht?”, sind klassische Sinnfragen, die uns alle einmal mehr oder weniger beschäftigen. Einen ausführlichen Einblick dazu liefert der umfassende und komplett kostenlose Vedanta Meditationskurs von Yoga Vidya in 20 Lektionen.

2. Singe an Shankaracharya Jayanti Vedanta-Mantras

Sacharachara ist bei Yoga Vidya ein sehr beliebter Vedanta Kirtan. Ich bin Shiva, ich bin Brahman – hier wird die Einheit eines jedenen einzelnen mit der großen Einheitsseele, dem kosmischen Bewusstsein besungen. Du findest ihn auch als die Nr. 400 im Yoga Vidya Kirtanheft.

Sanskrit Text

Sacharachara Paripurna Shivoham
Nityananda Svarupa Shivoham // 1 //

Anandoham Anandoham
Anandam Brahmanandam // 2 //

Sakshi-chaitanya-kuta-sthoham
Nityanitya-svarupa Shivoham // 3 //

Wörtliche Übersetzung

Ich bin Śiva, der ganz und gar voll ist mit dem Beweglichen und Unbeweglichen

Ich bin Śiva, dessen Natur ewige Glückseligkeit ist, ich bin Glückseligkeit, Glückseligkeit, Glückseligkeit des Brahman

Ich bin der Zeuge, Bewußtsein, die höchste Realität, ich bin Śiva, dessen Natur das Ewige und das Vergängliche ist.

3. Siehe dir das Theaterstück “Shankaras Sieg” an

In Yoga Vidya Bad Meinberg hat sich eine kleine Theatergruppe zusammen gefunden, die regelmäßig spirituelle, lehrreiche und kurzweilige Theaterstücke aufführt. Shankaras Sieg ist die Geschichte einen großen Wettkampfes von Gelehrten und dem geheimen Spiel der Göttinnen Parvati, Lakshmi und Saraswati.

4. Shankaracharya Jayanti im Ashram feiern

Die Einzelheiten von Shankaracharya Jayanti werden noch geplant. Deswegen findest du hier das Programm in progress. Mit der Zeit werden wir es nach und nach aktualisieren!

ZeitAngebot
05:00 – 06:00Homa
06:00 – 06:50Pranayama
07:00 – 08:00Satsang
08:00 – 09:00Puja zu Akhanda Kirtan
09:00 – 20:00Akhanda Kirtan Om Shankaracharya Namaha
09:15 – 11:00Vedanta – Yogastunde
14:00-15:30Workshop: Vortrag mit abstrakter Meditation
19:00 – 20:00Om Namo Narayanaya Singen
20:00 – 21:00Satsang

Shankaracharya Jayanti mitfeiern

Der Geburtstag Shankaras wird jedes Jahr im Yoga Vidya Bad Meinberg Ashram gefeiert: Vedanta studieren mitten im Teutoburger Wald. Manchmal findest du auch Veranstaltungen an der Nordsee, im Westerwald oder im Allgäu. Jetzt anschauen und mitfeiern:

Es gibt viele Götter im Hinduismus und in Indien allgemein, weshalb es immer viel zu feiern gibt. Indische Feiertage werden auch von Ritualen begleitet, deren Kraft du in den Yoga Vidya Seminarhäusern erleben kannst. Auch christliche Festtage werden bei Yoga Vidya groß gefeiert. Erlebe Festessen, viel Freude und inspirierende Begegnungen:

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2 Kommentare zu “Shankaracharya Jayanti – Geburtstag eines großen Meisters

  1. Haripriya-Ramani

    Ein wirklich besonderer Tag!!!
    Ich werde ihn in der Stille meines Seins, ganz alleine für mich, feiern, und Shankaracharya gedenken. Ich verehre ihn sehr. Einer der grössten Meister aller Zeiten.

    Hari Om shanti,
    râmanî

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