Ein Ding der Möglichkeit: Veganismus, Frieden und Freiheit

Dieser Artikel ist subjektiv. Dieser Text ist eine lose Sammlung von Gedanken. Der temporäre Screenshot einer Meinung. Eine bunte Inspiration. Du bist herzlich eingeladen, dir eigene Gedanken zu machen. Wisse: Du bist Mitbestimmer dieser Welt!

Worum geht es überhaupt? Nun, aus yogischer Sicht ist Ahimsa, also Gewaltlosigkeit, ein wichtiger Aspekt des praktischen Lebens. Die vegane Lebensweise bekommt zur Zeit immer mehr Zulauf. In der Praxis zielt Veganismus darauf ab, Zutaten, Produkte und Herstellungsverfahren, bei denen Tiere vorsätzlich geschädigt oder eingeschränkt werden, zu meiden und stattdessen ethisch-moralisch unbedenklichere Produkte zu nutzen. Relativ gesehen verbleiben zwar auch bei einer veganen Lebensweise gewisse Bedenken (Anbau-Methoden, Erntebedingungen, ökologische Aspekte wie Lagerung und Transportwege,…), aber prinzipiell bietet der ethisch-ökologisch motivierte Veganismus viele Lösungsansätze für globale Probleme, wie z.B. Massentierhaltung, Treibhauseffekt, Wasserknappheit, usw. Summa summarum bestehen bestimmte Verhältnismäßigkeiten. Der Spielraum ist derzeit besonders groß, sich als Menschheit kollektiv weiterzuentwickeln und diesbezüglich erhebende Visionen für die Zukunft umzusetzen.

Ich denke nach: 

Vega-Was?

Gehen wir davon aus, dass sich der gegenwärtige, an ein gesellschaftliches Konsumverhalten gekoppelte Veganismus noch weiter optimieren wird (z.B. durch Vermeidung unnötiger Verpackungsmaterialien, sinnvolle Anbau-, Dünge-, Ernte-, Lager- und Transportbedingungen), so kann Veganismus der Menschheit, den Tieren und der Umwelt einen unermesslich großen Dienst erweisen. Progressiver Veganismus ist ein friedlich gesinnter Dienst an empfindungsfähigen Lebewesen und ein Mittel zur Wahrung von Umwelt und Natur.

Es mag teils rationale, ästhetische, spirituelle, gesundheitliche, egozentrische oder emotionale Beweggründe zur Befürwortung einer veganen Lebensweise geben. All dies mündet früher oder später in ein ganzheitliches Verantwortungsbewusstsein zum Wohle eines friedfertigen Lebens in Harmonie – sowohl im Inneren als auch in der scheinbar äußeren Manifestation. So wie jemand, der Zeit seines Lebens vordergründig eher aus Angst vor Strafe die Gelegenheit zum Diebstahl unterlassen hat, sich dahingehend weiterentwickelt, den Diebstahl als Mittel zur persönlichen Bereicherung durch eine im Inneren gereifte Einsicht abzulehnen. Welchen Zweck hat der Diebstahl um der Bereicherung Willen? Welchen Zweck hat die Bereicherung um der Bereicherung Willen? Die Weisheit des Herzens wird denjenigen, für den es von Bedeutung ist, dazu führen, zu erkennen, dass alles Nötige auch ohne Diebstahl zu erlangen ist. Gleichfalls verhält es sich mit dem Veganismus: Wem es wichtig ist, vegan zu leben, der wird es tun. Der Einsicht folgend. Früher oder später. Aus einer direkten oder indirekten Entscheidung. Die Quelle allen Lebens wird diesen Prozess bei vielen Menschen unterstützen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. So, wie Äpfel auf natürliche Weise und scheinbar wie von selbst am Apfelbaum reifen.

Von der Ausdehnung

Der moralische Fortschritt menschlichen Bewusstseins ist innewohnend: Egoistische Ziele erhalten weniger Gewicht und stattdessen tritt das Ideal eines Gemeinwohls zunehmend in den Vordergrund. Jeder, der diesen Prozess bei sich bewusst wahrnimmt, ist dankbar dafür und wünscht, dass alle und alles von der inneren Befriedung, die man durch sich selbst erlebt, gleichfalls einen Nutzen erfährt. Frieden und Liebe dehnen sich verlustfrei aus. Nächstenliebe in der Erfahrung ist wunderbar: Du gibst Freude, Wohlwollen, Zuneigung – und als Zeuge deiner (eigenen) Positivität bist du zugleich Empfänger dessen, was du auf diese Weise gibst: Ein solches Verhalten gleicht dem Effekt, dass sich 1000 Kerzen an einer einzigen Kerze entzünden lassen. Liebe wächst. Dehnt sich aus. Unaufhörlich. Glaube daran. Glaube mit mir daran. So verändert sich die Welt, die uns vormals so dunkel und verloren erschien.

Pro und Contra?

Es gibt allerhand Studien zum Thema Ernährung, Ökologie und Gesundheit, die irgendetwas beweisen wollen – pro oder contra Veganismus. Argumente, die den positiven Nutzen einer veganen Lebensweise erläutern, sind zahlreich zu finden. Die Argumente für oder gegen Veganismus sind dabei oftmals von der Motivation desjenigen abhängig, der sie verwendet. So wie ein Dieb gegenüber sich selbst den Diebstahl rechtfertigt, so zieht derjenige, der nicht stehlen will, diese Entscheidung dem Diebstahl vor. Aus der Motivation heraus erfolgt die Handlung – oder eine Zurückhaltung, die in gewisser Hinsicht auch eine Handlung ist. Deine Lebensweise ist nicht zuletzt ein Resultat der Entscheidungen, die du triffst. Es sind zum Teil Entscheidungen, die unbewusst stattfinden und vielleicht sogar ein Leben lang unentdeckt bleiben. Während du Tag für Tag mit deinem Verstand beschäftigst bist, spricht zeitgleich und unaufhörlich dein Herz zu dir. Hörst du, was es sagt? Wem schenkst du mehr Bedeutung? Wo liegt deine Aufmerksamkeit?

Emanzipation

Ich persönlich beschäftige mich seit langer Zeit mit Veganismus und lebe praktisch seit Januar 1997 vegan. Für mich ist vegan ’normal‘. Für mich ist das Vermeidenwollen von Produkte aus der „Nutztierhaltung“ so selbstverständlich, wie tägliches Zähneputzen oder Händewaschen nach dem Toilettengang. Es ist mir wichtig und gehört selbstverständlich zu meinem Leben dazu. Mit dieser Haltung (die sich nach und nach in mir festigte) fielen viele ‚Probleme‘ und Schwierigkeiten im Alltag wie von selbst weg. Ich achte darauf, vegane Nahrungsmittel zu mir zu nehmen – ein BigMäc oder ein Fischbrötchen fallen demnach ganz einfach weg. So what? Meine ethisch-moralische Motivation hat mich zum Umdenken und zur selbstständigen Entscheidung emanzipiert. Und mittlerweile scheint die Gesellschaft mitzuziehen. Mehr und mehr „Produkte“, immer mehr Restaurants, Cafés, Imbisse, Bio-Märkte, Vegan-Shops, etc. scheinen diesem Trend zu folgen. Auch darüber lässt sich trefflich diskutieren und sogar streiten, wenn man mag.

In einem Artikel mokierte sich das Internetportal der Fleischwirtschaft (ein anderer Artikel des Portals lautet „Jede Woche neu: Bei uns finden Sie die wichtigsten Notierungen der Schlachtviehmärkte.“) vor kurzem über die Tendenz des Vegan-Hypes“:

Der vegane Markt wächst. Supermärkte und Restaurants mit vegannem Anstrich sprießen in deutschen Großstädten wie Pilze aus dem Boden, Vollsortimenter bieten vegane Theken und die Lebensmittel-Konzerne arbeiten an Konzepten, wie sie an diesem Trend partizipieren können. Mit der aktuellen Studie „vegan – Die neue Marketing-Lüge!“ setzt die Marketing Research & Consulting Company Targeted dem Vegan-Hype einen Kontrapunkt.

Quelle: fleischwirtschaft.de

Was solls? Nervenaufreibende Diskussionen sind nicht mehr mein Ressort. Viele Jahre habe ich im Sinne der Tierrechte publiziert. Ich habe zahlreiche Rinder, Schweine und Hühner leibhaftig im Elend leben und im Schlachthof sterben gesehen, um den Menschen davon zu berichten. Ich muss den Sinn und Zweck von Veganismus nicht mehr ausdiskutieren. Ich selbst bin die Veränderung, die ich mir wünsche für diese Welt. Das steht fest. Dieses Bestreben trägt jetzt Früchte, so sehe ich es. Wenn ein Boot sinkt, kann man darüber diskutieren, in welcher Reihenfolge die gefährdeten Personen gerettet werden sollen – aber während der Diskussion verliert man wertvolle Zeit. Die redliche Maxime lautet: Rette, wen du retten kannst. Und so glaube ich, dass jetzt die Zeit des Handelns (der Veränderung) gekommen ist.

Die Menschheit entwickelt sich empor – gesellschaftlich etablierter Veganismus ist eine Folge dessen und zugleich ein Katalysator (Transformator, Beschleuniger, Begünstigung) dieser Entwicklung. Wechselwirkung findet statt. Wachstum vollzieht sich. Wir wachsen. Du wächst. Egal ob du in diesem Moment vegan lebst oder nicht. Du bist das Licht der Welt! Du bist der Erlöser der Welt, die sich seit Anbeginn der Zeit nach Erlösung aus der Fehlwahrnehmung sehnt. Glaube daran! Bloß keine falsche Bescheidenheit. Auf diese Idee stütze deinen Willen und mache dich zum Instrument der Liebe, des Friedens. Wenn du diesen Gedanken komisch findest, dann lache. Lebe dein Leben und sei wie du bist. Du bist ein Ausdruck der Vollkommenheit. Das Selbst in dir ist das Selbst in allem. Diese Erkenntnis, die erfahren werden will, führt alles Streben hin zum reinen Sein, so wie eine Blüte sich dem Schein der Sonne offenbart.

Du, ich, wir – miteinander sind wir Eins

Das ist meine Meinung. Mein Weltbild. Immer noch schaue ich mit Augen der Täuschung auf die Welt, spiele interessiert das Spiel der Selbstvergessenheit von Maya, der illusionären Nicht-heit, die irrigerweise als Ist-heit gedeutet wird. Wer bist du? Bist du wirklich an die veränderlich-sterbliche Identität gebunden, die du zu sein glaubst? Das Leben wird uns die Lektionen lehren, die zur Befreiung führen. Befreiung meint, zu erkennen, dass Unfreiheit nicht existiert. So wie die Sonne immer strahlend, hell und sicher an ihrem Platz steht, auch wenn die Wolken sie verdecken. Trotzdem wissen wir: Die Sonne ist an ihrem Platz, selbst wenn wir sie nicht sehen, ob am Tage oder in der Nacht. Wir sollten die Sonne deshalb niemals als verloren ansehen – und ebenso wenig unser eigenes, strahlendes Licht, das immer da ist, auch wenn es durch die trüben Nebel der Vergessenheit verschleiert zu sein scheint. Das Leben ist eine Reise hin zur Erkenntnis dessen, was wir sind. Glaube daran, dass diese Erkenntnis dir sehr viel Freude bereiten wird. Sie wird dich erheben – hinweg über alle Begrenzungen, die du so lange als unumstößliche Gesetze deiner Welt bereitwillig akzeptiertest.

„Unwissenheit ist der Grund für Abhängigkeit. Erkenne und sei frei.“ (Swami Sivananda)

Als Träumer habe ich kein Patent auf „meine Wirklichkeit“. Du bist herzlich dazu eingeladen, mitzuträumen – durch die Ganzheit ist alles mit allem verbunden. Es gibt kein „persönliches“ Weltbild und keine „privaten“ Gedanken, die nicht zur Kreation der kollektiven Erfahrung, die wir „Welt“ oder „Realität“ nennen, beitragen. So erlaube ich mir, mein Weltbild so zu gestalten, dass es dem Bild entspricht, welches ich sehen will. Darin liegt der Zauber jeglicher Manifestation. Und zusammen mit dem Metzger und der Kindergärtnerin, zusammen mit dem Soldaten und der Bundeskanzlerin, zusammen mit dem schüchternen Elektriker und der freundlichen Busfahrerin erschaffe ich gemeinsam diese Welt, wie wir sie erfahren. Und in dieser Welt, die von mir mitgestaltet wird, eben weil es dem Lauf der Dinge so entspricht, sind Friedfertigkeit und Veganismus, Vergebung und Selbstverwirklichung essenzielle Bestandteile von Gegenwart und Zukunft. Deswegen sei herzlich eingeladen, mitzuwirken – durch deine Intuition, deine Gedanken und deinen Wunsch, das zu sein, was du dir wünschst für diese Welt.

Om Namo Narayanaya

Om Shanti

 

Nr. 38 525

schwein-gehabt

 

 

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