Das keltische Baumhoroskop – Teil 1

Jedem Menschen ist ein Baum mit seiner jeweiligen Eigenschaft zugeordnet. Es ist abhängig vom Datum seiner Geburt. Welcher Baum ist dein Ratgeber und Begleiter?

Nichts ist für mich mehr Abbild der Welt und des Lebens als der Baum. Vor ihm würde ich täglich nachdenken, vor ihm und über ihn. (Christian Morgenstern 1871-1914)

Bäume sind die mächtigsten Bewohner unserer Erde. Sie sind allgegenwärtig und werden doch in der heutigen Zeit von den meisten Menschen nicht mehr bewusst wahrgenommen. Dabei können wir von den Bäumen sehr viel lernen, uns mit ihrer Kraft verbinden oder die Bäume um Rat und Hilfe fragen.

Der keltische Baumkalender

Vor über 2000 Jahren entwickelten die keltischen Druiden einen Baumkalender, dem ein Mondkalender mit 13 Monaten zugrunde lag. Jeder Monat entspricht einer Mondphase und ist somit etwa 28 Tage lang.

Im Einklang mit den Jahreszeiten haben die Kelten das Jahr in zwei Halbjahre von März bis September und von September bis März geteilt, also in eine Zeit der langen und der kurzen Tage.

Der keltische Baumkalender ordnete 21 Bäume den verschiedenen Phasen im Jahr zu. Eiche, Birke, Olivenbaum und Buche stehen für den Wechsel der Jahreszeiten. Daher kommen diese Bäume im keltischen Baumhoroskop nur einmal im Jahr für einen Tag vor.

Das Baumhoroskop bildet die 21 Bäume in einem Kreis ab. Innerhalb dieses Kreises kommt mit Ausnahme der vier Bäume an den Tagen des Jahreszeitenwechsels und der Pappel jeder Baum einmal pro Halbjahr vor.

Den Kelten und Germanen waren die Bäume und der nach ihrem Glauben in den Bäumen lebendige Geist sehr wichtig.

Die Druiden waren eng mit der Pflanzenwelt verbunden, die sie über Jahrzehnte sehr beobachteten und studierten.

Auch das Volk lebte eng mit der Natur und war mit ihrem Zyklus verbunden: bei Aussaat und Ernte oder für die Herstellung pflanzlicher Heilmittel. Bäume dienten als Versammlungsort und Richtplatz, waren Teil von Ritualen und Festen.

Kraftbäume

Die Bäume waren unseren Vorfahren spirituelle Ratgeber, Lehrer und galten als Heilpflanzen. Die Kelten unterteilten sie in Häuptlingsbäume und Bauernbäume.

Von der besonderen Beziehung der Kelten und Germanen zu den Bäumen zeugt auch das Baumalphabet Ogham. Die Druiden schnitzten, was sie als das „Raunen“ der Götter (runa – Runen) vernahmen, in die Rinde von ihnen heiligen Bäumen.

Für die Kelten besaß jede Pflanzen eine Seele. Das sichtbare Äußere bei den Bäumen war für sie eine bloße Hülle, der Körper. Jeder Baumart und jedem einzelnen Baum wohnte ein ganz bestimmter Geist mit einer ganz besonderen Kraft und großer Ausstrahlung inne,  die auch als Amulett getragen wirken sollte.

Der Weltenbaum Yggdrasil

Das Universum selbst wurde von den Kelten und Germanen als Weltenbaum, als kosmische Esche, manchmal auch Eiche oder Eibe dargestellt. Der Weltenbaum Yggdrasil ist die Verkörperung der gesamten Schöpfung: räumlich, inhaltlich und zeitlich.

Als Achse der Welt verbindet er Himmel, Mittelwelt und Unterwelt. Tiere und Menschen nehmen von ihm seine Lebenskraft. Im Laufe des Jahres wandert die Sonne von den dunklen Wurzeln des Weltenbaums zur Zeit der Wintersonnenwende bis hinauf in den lichtdurchfluteten Wipfel zur Zeit der Sommersonnenwende, um sich danach wieder zu den Wurzeln hinunter zu begeben.

Jede Ortschaft hatte einen Baum als Repräsentanten dieses Weltenbaums, an dem Versammlungen abgehalten und die Feste gefeiert wurde. Oft waren es sich Linden oder Eichen.

Jede Gegend hatte auch ihren heiligen Wald „Nemetona“, in dem Druiden lebten. Jede Baumart hatte ihre eigene Gottheit. Durch diese Baumgottheiten verkörpert jede Baumart ein spirituelles Prinzip.

Die Menschen glaubten, dass der erste Schritt ihrer Seele nach ihrem Tod in einen Baum hinein führt, der ihr dann zum Weltenbaum führt. Die Äste von Yggdrasil waren die Himmelsleiter zu den Göttern. An ihnen konnten die Menschen bei ihrer Reinkarnation  wieder hinabsteigen. Schon die ersten Menschen entstammen den keltischen Sagen nach den Bäumen.

Bäume als Heilpflanzen

Die Kelten und Germanen nutzten Pflanzen nicht nur zur Inspiration, sondern auch zur Heilung. Die Pflanzenheilkunde wurde nicht nur von den Druiden betrieben, sondern auch vom Volk. Insbesondere Frauen sorgten sich als weise Frauen, Heilerinnen und Hebammen für die Gesundheit ihrer Familien und der Tiere. Die Weisheiten der Druiden ergänzten sich so mit den praktischen Erfahrungen des Volks.

Den Druiden galten die Bäume und Pflanzen als Lebewesen, die den Menschen auf verschiedenen Ebenen beeinflussen. Die Farbe, der Duft, Geschmack, die Konsistenz und der Geist der Pflanze spielten eine Rolle. Wichtig war es, wann und wo die Pflanze im Jahreszyklus gepflückt und verwendet wurde.

Keltisches Baumhoroskop und Charakteristik der Menschen

Die besonderen Eigenschaften der Bäume übertragen sich nach der keltischen Mystik auf die Menschen, die im Zeichen des jeweiligen Baumes geboren werden. Diese Ansicht steht in dem engen Zusammenhang mit dem Glauben, dass alle Menschen ihren Ursprung in Bäumen haben.

Im Teil 2 des Blogartikels folgen die Beschreibungen der Qualitäten der einzelnen Bäume, ihre Jahreszeiten und ihre besondere mystische Bedeutung für die Kelten.

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Anu Neumeyer Yogalehrerin (BYV), Ayurveda Gesundheitsberaterin (BYVG), Fußreflex-Therapeutin, Diplom Sozialpädagogin, Naturpädagogin und Erlebnispädagogin.

Anu praktiziert Yoga seit 2001. Nach ihrer vier Wochen Intensiv Yogalehrer Ausbildung 2016 entschied sie sich im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg zu leben, wo sie seitdem ihre Yogapraxis und Unterrichtserfahrung vertieft. Ihr Yoga Unterricht reicht von fortgeschrittenen Yoga Stunden mit intensiver Ausrichtung auf die Chakren über exakte Ausrichtungs-Prinzipien bis hin zu klassischen Yoga Vidya Stunden aller Level. Anu wendet mit viel Freude auch ihre therapeutischen und heilerischen Fähigkeiten in den Bereichen Ayurveda und Naturspiritualität an. Ihre nächsten Seminarthemen sind „Finde und genieße die Hilfe deines Krafttieres“ und „Verbinde dich mit deiner weiblichen Kraft“.

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