Das keltische Baumhoroskop – Finde deinen Kraftbaum

Für die Kelten waren die Bäume heilig. Nach dem keltischen Baumhoroskop ist jedem Menschen, abhängig von seinem Geburtstag, ein Baum mit dessen jeweiligen Eigenschaften zugeordnet. Welcher Baum bist du und was sagt das über dich aus, über Stärken und Schwächen, Berufung und Beziehung? Wer ist dein Ratgeber und Begleiter?

Ein überarbeiteter Beitrag von Anu Tara Neumeyer

Bäume: Spirituelle Lehrer und Kraftorte

Bäume sind die mächtigsten Bewohner unserer Erde und ein ganz besonderes Geschenk der Schöpfung. Sie sind nicht nur allgegenwärtig, sondern gelten auch überall als Symbol des Lebens. Sie stellen eine feste Verbindung zwischen der irdischen und der geistig-spirituellen Welt her.

Die Kelten waren eng verbunden mit der Natur. Sie hatten ein feines Gespür für ihre Gesetze und Energien. Im keltischen Baumkreis ist jedem Tag im Jahr ein bestimmter Baum zugeordnet.

Das Göttliche im Baum sehen

Ursprünglich hatten die Götter bei den Kelten keine personifizierte Gestalt. Vielmehr sahen sie das Göttliche in allem, was existiert – ganz besonders aber in den Bäumen.

Nichts ist für mich mehr Abbild der Welt und des Lebens als der Baum. Vor ihm würde ich täglich nachdenken, vor ihm und über ihn.

Christian Morgenstern

Und dennoch werden sie in der heutigen Zeit von den meisten Menschen nicht mehr bewusst wahrgenommen. Dabei können wir von den Bäumen sehr viel lernen, uns mit ihrer Kraft verbinden oder die Bäume um Rat und Hilfe bitten.

Jeder Baumart wohnt eine Kraft inne

Die Bäume waren unseren Vorfahren spirituelle Ratgeber, Lehrer und galten als Heilpflanzen. Die Kelten unterteilten sie in Häuptlingsbäume und Bauernbäume.

Von der besonderen Beziehung der Kelten und Germanen zu den Bäumen zeugt zudem das Baumalphabet Ogham. Die Druiden schnitzten, was sie als das „Raunen“ der Götter (runa – Runen) vernahmen, in die Rinde von ihren heiligen Bäumen.

Außerdem kommen die Worte „Buch” und „Buchstabe” von der Buche, einem für die Kelten äußerst bedeutungsvoller Baum.

Für sie besaß jede Pflanze eine Seele. Das sichtbare Äußere bei den Bäumen war für die Kelten also eine bloße Hülle, der Körper. Jeder Baumart und jedem einzelnen Baum wohnte ein ganz bestimmter Geist mit einer ganz besonderen Kraft und großer Ausstrahlung inne, die auch als Amulett getragen wirken sollte.

Der Weltenbaum Yggdrasil: Symbol der Schöpfung

Das Universum selbst wurde von den Kelten und Germanen als Weltenbaum, als kosmische Esche, manchmal auch Eiche oder Eibe dargestellt. Der Weltenbaum Yggdrasil ist die Verkörperung der gesamten Schöpfung: räumlich, inhaltlich und zeitlich.

Als Achse der Welt verbindet er Himmel, Mittelwelt und Unterwelt. Tiere und Menschen nehmen von ihm seine Lebenskraft.

Im Laufe des Jahres wandert die Sonne von den dunklen Wurzeln des Weltenbaums zur Zeit der Wintersonnenwende bis hinauf in den lichtdurchfluteten Wipfel zur Zeit der Sommersonnenwende, um sich danach wieder zu den Wurzeln hinunter zu begeben.

Jede Ortschaft hatte einen Baum als Repräsentanten dieses Weltenbaums, an dem Versammlungen abgehalten und die Feste gefeiert wurde. Oft waren dies Linden oder Eichen. Jede Gegend hatte außerdem ihren heiligen Wald „Nemetona“, in dem Druiden lebten. Jede Baumart hatte ihre eigene Gottheit. Durch diese Baumgottheiten verkörpert jede Baumart ein spirituelles Prinzip.

Die Menschen glaubten, dass der erste Schritt ihrer Seele nach ihrem Tod in einen Baum hineinführt, der sie dann zum Weltenbaum führt.

Die Äste von Yggdrasil waren die Himmelsleiter zu den Göttern. An ihnen konnten die Menschen dann bei ihrer Reinkarnation wieder hinabsteigen.

Schon das erste Menschenpaar entstammt nach der germanischen Schöpfungsgeschichte den Bäumen. Ask und Embla (altnord. für, „Esche” und „Ulme”) bekamen von den Göttern ihre menschlichen Eigenschaften.

Druiden: Keltische Botschafter der Pflanzenwelt

Bei den Kelten waren insbesondere die Druiden sehr eng mit der Pflanzenwelt verbunden. Über Jahrzehnte beobachteten und studierten sie die Natur und hatten darüber hinaus das überlieferte Wissen aus den Beobachtungen ihrer Vorgänger.

Das Wort Druide leitet sich sogar vom keltischen Namen für Eiche (dair) ab. Die Eiche galt als besonders heilig, denn dort wohnte Cernunnus, der Fruchtbarkeitsgott. Lichtungen und Haine waren ebenfalls heilig – dort nahmen Druiden Kontakt mit anderen Welten auf. Sie waren nicht nur Vermittler, sondern auch Lehrer, Ärzte und Richter.

Den Druiden galten die Bäume und Pflanzen als Lebewesen, die den Menschen auf verschiedenen Ebenen beeinflussen. Die Farbe, der Duft, Geschmack, die Konsistenz und der Geist der Pflanze spielten eine Rolle. Wichtig war es, wann und wo die Pflanze im Jahreszyklus gepflückt und verwendet wurde.

Leben im Einklang mit der Natur

Das Volk lebte ebenfalls eng mit der Natur und ihrem Zyklus verbunden: bei Aussaat und Ernte oder für die Herstellung pflanzlicher Heilmittel orientierten sie sich an den natürlichen Rhythmen. Bäume dienten nicht nur als Versammlungsort und Richtplatz, sondern sie waren Teil von Ritualen und Festen.

Die Kelten und Germanen nutzten Pflanzen nicht nur zur Inspiration, sondern auch zur Heilung. Die Pflanzenheilkunde wurde nicht nur von den Druiden betrieben, sondern auch vom Volk. Insbesondere Frauen sorgten sich als weise Frauen, Heilerinnen und Hebammen für die Gesundheit ihrer Familien und der Tiere. Die Weisheiten der Druiden ergänzten sich so mit den praktischen Erfahrungen des Volks.

Vom keltischen Baumkalender zum Baumhoroskop

Tatsächlich haben die Kelten zu keiner Zeit den Baumkalender genutzt, um daraus ableitend vom Geburtszeitpunkt einer Person auf ihren Charakter zu schließen. Vielmehr ist das Baumhoroskop, wie wir es im Folgenden beschrieben, eine moderne Erfindung.

Der Baumkalender keltischer Druiden

Vor über 2000 Jahren entwickelten die keltischen Druiden dann einen Baumkalender, dem ein Mondkalender mit 13 Monaten zugrunde lag. Jeder Monat entspricht einer Mondphase und ist somit etwa 28 Tage lang.

Den Kelten und Germanen waren die Bäume und der nach ihrem Glauben in den Bäumen lebendige Geist sehr wichtig.

Im Einklang mit den Jahreszeiten haben die Kelten das Jahr in zwei Halbjahre, von März bis September, und von September bis März geteilt, also in eine Zeit der langen und der kurzen Tage.

Das Baumhoroskop – Eine moderne Erfindung

Der moderne keltische Baumkreis wurde jedoch von der französischen Journalistin Paula Delsol entwickelt und veröffentlicht. 1971 erfand sie im Auftrag des Mode- und Lifestyle-Magazins „Marie Claire“ eine Reihe von Horoskopsystemen, die „alten“ Kulturen nachempfunden waren.

Der keltische Baumkreis ordnet den verschiedenen Phasen im Jahr insgesamt 22 Bäume zu. Eiche, Birke, Olivenbaum und Buche stehen für den Wechsel der Jahreszeiten. Daher kommen diese Bäume im keltischen Baumhoroskop nur einmal im Jahr für einen Tag vor.

Das Baumhoroskop bildet die Bäume in einem Kreis ab. Innerhalb dieses Kreises kommt jeder Baum einmal pro Halbjahr vor – mit Ausnahme der vier Bäume, die für den Jahreszeitenwechsel stehen und nur einen Tag lang regieren sowie der Pappel, die insgesamt sogar drei Mal im Baumkreis zu finden ist und der Eibe, die nur einmalig für einen kurzen Zeitraum vorkommt.

Eigenschaften und Charakter nach dem keltischen Baumhoroskop

Die besonderen Eigenschaften der Bäume übertragen sich nach der keltischen Mystik auf die Menschen, die im Zeichen des jeweiligen Baumes geboren werden. Diese Ansicht steht in dem engen Zusammenhang mit dem Glauben, dass alle Menschen ihren Ursprung in Bäumen haben.

In den folgenden Artikeln zum keltischen Baumhoroskop erfährst du mehr über die Eigenschaften und Qualitäten der einzelnen Bäume – mit Beschreibungen zu jedem einzelnen der 22 Bäume: Stärken, Schwächen, Leben und Berufung sowie Beziehungen.

Der keltische Baumkalender – Das Jahr in Bäumen

Quelle: Maria Leondin: Mein Baumhoroskop – Die Weisheit des keltischen Baumkreises

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Die Autorin

Anu Neumeyer

Anu Tara Neumeyer ist Yogalehrerin sowie Sozial-, Natur und Erlebnispädagogin. Sie hat viele Erfahrungen über schamanische Heilungsarbeit gesammelt und praktiziert seit vielen Jahren Yoga. Mit viel Freude unterrichtet sie Yoga, gibt ayurvedische Anwendungen und Fußreflexzonenmassagen. Die Erfahrungen einer tiefen Verbindung zum eigenen Krafttier möchte sie gerne weitergeben.

1 Kommentar zu “Das keltische Baumhoroskop – Finde deinen Kraftbaum

  1. Anonymous

    danke !!!!! auch im Namen der Bäume u. Natur !!!! Es ist Zeit das Urwissen der Urreligionen zu leben !!!!! Dann geschieht HEILUNG u. LIEBE u.FRIEDEN !!!!!!

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